Der Ruf des Kraft­fahr­zeugs im All­ge­mei­nen, und da­mit auch des Auto- oder Mo­tor­rad­fah­rers im Be­son­de­ren, ist zur­zeit nicht der bes­te. War vor al­lem der Au­to­fah­rer frü­her ein hoch an­ge­se­he­ner Ver­kehrs­teil­neh­mer, der un­ge­krön­te Kö­nig der Stra­ße, so gilt er heu­te vie­len Men­schen nur noch als Um­welt­sün­der, Luft­ver­pes­ter, In­nen­stadt-Zu­par­ker, Fein­staub­schleu­der und ins­be­son­de­re un­ter Rad­fah­rern auch als stän­di­ger Ver­kehrs­ge­fähr­der. Ge­ra­de was die Ver­kehrs­ge­fähr­dung be­trifft, gibt es aber auch Ent­wick­lun­gen hin zum Po­si­ti­ven. Nach der Straf­ver­fol­gungs­sta­tis­tik des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts wur­de im Jahr 2017 in 90 742 Fäl­len von deut­schen Ge­rich­ten der Ent­zug der Fahr­er­laub­nis an­ge­ord­net. 1995, vor mehr als 20 Jah­ren, lag die Zahl noch sehr viel hö­her: In 176 023 Fäl­len war der Lap­pen weg. Zum Ent­zug des Füh­rer­scheins oder zum Fahr­ver­bot kommt es vor dem Straf­ge­richt vor al­lem bei Al­ko­hol­fahr­ten. Aber auch bei il­le­ga­len Au­to­ren­nen, Fah­rer­flucht oder wenn ein Au­to­fah­rer rück­sichts­los und grob ver­kehrs­wid­rig die Vor­fahrt miss­ach­tet. Ist der deut­sche Kraft­fah­rer also et­was rück­sichts­vol­ler ge­wor­den? Vor­sich­ti­ger? Viel­leicht so­gar ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter? Hof­fent­lich. Da­für sprä­che je­den­falls, dass sich die Rechts­la­ge, ge­ra­de was das Fah­ren un­ter Al­ko­hol be­trifft, mit den Jahr­zehn­ten ver­schärft hat. Im Jahr 1953 lag die Pro­mil­le­gren­ze für Au­to­fah­rer noch bei 1,5. Wie konn­te man in die­sem Zu­stand ge­ra­de­aus fah­ren? 1973 wur­de sie auf 0,8 Pro­mil­le ge­senkt. Seit 1998 liegt die Gren­ze bei 0,5 – wie in den meis­ten Län­dern Eu­ro­pas.

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