Haus­mit­tei­lung

Schulz

Fast drei Vier­tel al­ler Deut­schen ma­chen sich Sor­gen um die Zu­kunft des Pla­ne­ten, und im­mer mehr Leu­te wol­len des­halb an­ders le­ben – um­welt­freund­li­cher, nach­hal­ti­ger. Sie wol­len we­ni­ger Strom ver­brau­chen und öf­ter mal das Auto ste­hen las­sen. So wie Fa­mi­lie Meu­ser aus Dor­ma­gen, die Re­dak­teur Tho­mas Schulz für die Ti­tel­ge­schich­te ge­trof­fen hat. Die Meu­sers stel­len so­gar Spül­mit­tel selbst her, und ihre Zahn­bürs­ten sind aus Bam­bus. »Da­mit der Wunsch, die Welt bes­ser zu ma­chen, nicht im Frust en­det, muss auch die Wirt­schaft grün wer­den«, sagt Schulz, »und die Po­li­tik muss nach­hal­ti­ges Han­deln be­loh­nen.« Ein Spiegel-Team er­klärt, war­um die Bun­des­re­gie­rung in Sa­chen Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit so ängst­lich ist, wie ernst man die Ab­sichts­er­klä­run­gen etwa der Tex­til­in­dus­trie neh­men kann und war­um Fa­mi­li­en manch­mal an ih­ren gu­ten Vor­sät­zen schei­tern. Die Ti­tel­ge­schich­te ist zu­dem der Auf­takt ei­ner Som­mer­se­rie: In den kom­men­den Wo­chen be­schrei­ben wir, wie Kon­su­men­ten ihr Ver­hal­ten än­dern kön­nen und wel­che Ide­en es gibt, um Öko­lo­gie und Öko­no­mie mit­ein­an­der zu ver­söh­nen. Wir be­ant­wor­ten die Fra­gen: Was bringt al­ter­na­ti­ver Tou­ris­mus? Wann ist es sinn­voll, nach ei­nem Er­satz für Kunst­stoff zu su­chen, wann nicht? Wir be­schrei­ben um­welt­freund­li­che En­er­gie­spei­cher und be­schäf­ti­gen uns mit Geld­an­la­gen, de­ren Ma­na­ger ver­spre­chen, ne­ben der Ren­di­te öko­lo­gi­sche und so­zia­le Kri­te­ri­en zu be­rück­sich­ti­gen. zum Ar­ti­kel

Oca­sio-Cor­tez, Scheu­er­mann

Als Spiegel-Re­dak­teur Chris­toph Scheu­er­mann die de­mo­kra­ti­sche Ab­ge­ord­ne­te Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez zum ers­ten Mal um ein Ge­spräch bat, re­agier­te die Po­li­ti­ke­rin mit höf­li­cher Zu­rück­hal­tung. Sie wer­de die An­fra­ge an den Pres­se­spre­cher wei­ter­lei­ten, sag­te sie. Oca­sio-Cor­tez gilt als Star un­ter lin­ken De­mo­kra­ten und als Hass­fi­gur der Re­pu­bli­ka­ner. Scheu­er­mann be­ob­ach­te­te die Po­li­ti­ke­rin über Mo­na­te, be­such­te ih­ren Wahl­kreis, setz­te sich mit ihr in An­hö­run­gen von Kon­gress­aus­schüs­sen, sprach mit Freun­den und Weg­ge­fähr­ten. Er er­leb­te eine ta­len­tier­te Po­pu­lis­tin, die noch um zwei Uhr früh im Re­prä­sen­tan­ten­haus eine flam­men­de Rede zur Er­for­schung von Dro­gen als Heil­mit­tel hielt. Mit kur­zen Vi­de­os und Twit­ter­bot­schaf­ten er­reicht Oca­sio-Cor­tez Mil­lio­nen Ame­ri­ka­ner. »Sie schafft es, Auf­merk­sam­keit für The­men zu er­zeu­gen, für die sich kaum je­mand in­ter­es­sier­te«, sagt Scheu­er­mann. zum Ar­ti­kel

Bey­er, Wen­zel

Der Neu­bau des Jü­di­schen Mu­se­ums Ber­lin, er­dacht von Star­ar­chi­tekt Da­ni­el Li­bes­kind, soll­te seit sei­ner Er­öff­nung im Jahr 1999 vie­les sein: Sym­bol ei­nes welt­of­fe­nen Deutsch­land, ei­nes ge­schichts­be­wuss­ten Deutsch­land, auch ein Ort ge­lin­gen­der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Ge­ra­de an Letz­te­rem man­gelt es, dem Jü­di­schen Mu­se­um fehlt seit Kur­zem die Lei­tung und, schlim­mer noch, es fehlt eine ver­bin­den­de Idee. Es ist strit­tig, wo­für das Mu­se­um über­haupt ste­hen soll, wo die Gren­zen der Ein­mi­schung aus der Po­li­tik lie­gen. Spiegel-Au­to­rin Su­san­ne Bey­er such­te in Ber­lin nach den Ur­sprün­gen der Kri­se, nach mög­li­chen Lö­sun­gen. In der Haupt­stadt stieß sie vor al­lem auf Still­schwei­ge­ab­kom­men, auf Angst und Ner­vo­si­tät. An­ders der Ein­druck in Frank­furt am Main, im Jü­di­schen Mu­se­um der Stadt, dem ers­ten der Bun­des­re­pu­blik, das zur­zeit er­wei­tert wird. Hier traf Bey­er die Di­rek­to­rin Mir­jam Wen­zel, die ihr Mu­se­um mit glück­li­che­rer Hand führt als ihre Kol­le­gen in Ber­lin. War­um in Frank­furt bes­ser ge­lingt, wor­an Ber­lin schei­tert, be­schreibt Bey­er hier.