ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Aus­ga­be 24/​1969
Subkultur

Ruf aus dem Untergrund

Frank Zappa, Andy Warhol und Timothy Leary hatten bei allen Unterschieden drei Dinge gemeinsam: ein gewisses Interesse an Drogen und Sex sowie die fundamentale Ablehnung der bestehenden Leistungsgesellschaft. Die drei standen spiegelbildlich für eine neue Gegenbewegung.

So wie die Chris­ten sich einst im Un­ter­grund ih­rer rö­mi­schen Ka­ta­kom­ben ge­sam­melt hat­ten, so drang Ende der Sech­zi­ger­jah­re »von neu­em ein Ruf aus der Tie­fe«, zieht der SPIEGEL gleich zu Be­ginn sei­ner Ti­tel­ge­schich­te welt­his­to­ri­sche Par­al­le­len. In­mit­ten ei­ner pro­spe­rie­ren­den Zi­vi­li­sa­ti­on zog es im­mer mehr Men­schen in »je­nes in­ne­re Exil, das sie in der Welt­spra­che die­ser Jah­re Un­der­ground« nann­ten. Doch der Be­griff täusch­te eine Ein­heit vor, die es in Wahr­heit nicht gab: Die Künst­ler, Bo­he­mi­ans, Gamm­ler, Beat­niks und Hip­pies ein­te, wenn über­haupt, ein »aben­teu­er­li­cher Syn­kre­tis­mus aus christ­li­chen, bud­dhis­ti­schen, so­zia­lis­ti­schen, an­ar­chis­ti­schen, as­tro­lo­gi­schen und he­do­nis­ti­schen Glau­bens­vor­stel­lun­gen«. Ge­mein­sam war ih­nen die vom Me­di­en­wis­sen­schaft­ler Mar­shall McLu­han pro­phe­zei­te Hoff­nung auf eine »voll­kom­men neue Ge­sell­schaft«, die sämt­li­che al­ten Wert­ka­te­go­ri­en, Ver­hal­tens­wei­sen und In­sti­tu­tio­nen er­set­zen soll­te.

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