Per­so­na­lien

Tanzen und herrschen

• Die Ame­ri­ka­ne­rin Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez, 29, ehe­ma­li­ge Bar­kee­pe­rin und heu­te Su­per­star der ame­ri­ka­ni­schen Lin­ken, kommt jetzt als Co­mic-Su­per­hel­din groß raus: Die ers­te Aus­ga­be von »Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez and the Fresh­man Force« ist seit Mit­te Mai in den USA zu kau­fen, der Band um­fasst 52 Sei­ten. AOC, wie sie kurz ge­nannt wird, trat im No­vem­ber 2018 in New York für die De­mo­kra­ten an, er­rang ei­nen sen­sa­tio­nel­len Wahl­sieg und zog als jüngs­tes Mit­glied in den Kon­gress ein. Am Abend ih­rer Ver­ei­di­gung tauch­te ein Vi­deo im Netz auf, in dem sie aus­ge­las­sen tan­zend zu se­hen ist. Die Auf­nah­men stam­men aus ih­rer Stu­den­ten­zeit, Geg­ner ver­such­ten dar­auf­hin, sie als un­se­ri­ös zu brand­mar­ken. Eine Ge­schich­te des Co­mi­chefts, das Oca­sio-Cor­tez und an­de­re neu ge­wähl­te Kon­gress­mit­glie­der in den Mit­tel­punkt stellt, be­schäf­tigt sich mit der Fra­ge, ob Po­li­tik und Tan­zen zu­sam­men­pas­sen. »Wenn wir auf un­se­re Po­li­ti­ker schau­en«, heißt es da, »tan­zen nur we­ni­ge.« Ro­nald Rea­gan ist mit sei­ner Frau Nan­cy beim Stan­dard­tanz ge­zeich­net, es wird an Ge­or­ge W. Bushs un­be­hol­fe­nen Auf­tritt mit ei­ner afri­ka­ni­schen Tanz­trup­pe er­in­nert, und: »Oba­ma hat ge­tanzt, aber er war zu ge­schmei­dig.« Der Au­tor wünscht sich, dass das Tanz­vi­deo von Oca­sio-Cor­tez als Ver­spre­chen auf die Zu­kunft ge­se­hen wird; er glaubt, dass eine so­zia­le Be­we­gung auch Spaß ma­chen muss.

Immer wieder neu

• Die eben­so viel be­schäf­tig­te wie ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge bri­ti­sche Schau­spie­le­rin Til­da Swin­ton, 58, hat sich in ei­ner neu­en Rol­le ver­sucht: als Ku­ra­to­rin ei­ner Kunst­aus­stel­lung. Bis zum 11. Juli ist das Er­geb­nis un­ter dem Ti­tel »Or­lan­do« in New York in den Räum­lich­kei­ten der Aper­tu­re Foun­da­ti­on zu se­hen. Swin­ton ließ sich zu der Leit­idee der Aus­stel­lung von Vir­gi­nia Woolfs gleich­na­mi­gem Ro­man in­spi­rie­ren. Der Stoff ist ihr sehr ver­traut, denn er liegt auch dem »Or­lan­do«-Film von 1992 zu­grun­de, in dem Swin­ton die Haupt­rol­le spielt, und der zu ei­nem Mei­len­stein ih­rer Kar­rie­re wur­de. In »Or­lan­do – Eine Bio­gra­fie« (1928) er­zählt die eng­li­sche Schrift­stel­le­rin Vir­gi­nia Woolf von ei­nem jun­gen Ad­li­gen, ge­bo­ren im 16. Jahr­hun­dert, der sich in eine Frau ver­wan­delt und als sol­che das gan­ze Le­ben neu ord­nen muss. Für die Aus­stel­lung wähl­te Swin­ton fast 60 Fo­to­gra­fi­en ver­schie­de­ner Künst­ler aus, man­che da­von gab sie für die­sen Zweck in Auf­trag. Die Wer­ke the­ma­ti­sie­ren Fra­gen nach Iden­ti­tät und Trans­for­ma­ti­on, ge­nau wie der be­rühm­te Ro­man. Die Re­ak­tio­nen auf ihre An­fra­ge sei­en durch­weg po­si­tiv, so­gar be­geis­tert ge­we­sen, sag­te Swin­ton der »New York Times«. Der Ro­man in­spi­rie­re je­den.

2003

Das liebe Geld

• Der 2017 ver­stor­be­ne fran­zö­si­sche Rock­star John­ny Hal­ly­day hat sich post­hum per Ins­ta­gram ver­ra­ten. Seit­dem be­kannt wur­de, dass er sein ge­sam­tes Ver­mö­gen sei­ner vier­ten Ehe­frau Lae­ti­tia hin­ter­las­sen und die bei­den äl­tes­ten Kin­der Lau­ra Smet und Da­vid Hal­ly­day so­mit ent­erbt hat­te, schwelt ein hef­ti­ger Streit. Hal­ly­day hat­te Los An­ge­les als sei­nen Haupt­wohn­sitz de­kla­riert, dort Steu­ern ge­zahlt und sein Tes­ta­ment hin­ter­legt. Sei­ne Kin­der fech­ten es an, mit der Be­grün­dung, ihr Va­ter sei ans fran­zö­si­sche Recht ge­bun­den ge­we­sen. Und das be­sa­ge, dass man sei­ne Kin­der nicht kom­plett ent­er­ben kön­ne. Nun hat ih­nen ein Ge­richt in Nan­terre recht ge­ge­ben und das Tes­ta­ment für un­gül­tig er­klärt. Denn laut dem Ins­ta­gram-Ac­count des Sän­gers habe sich der Star zwi­schen 2015 und 2017 vor­wie­gend in Frank­reich auf­ge­hal­ten, wo er auch ver­stor­ben ist. Der Le­bens­mit­tel­punkt des Stars war dem­nach Frank­reich, und er hät­te dort auch Steu­ern zah­len müs­sen. Lae­ti­tia Hal­ly­day muss das Erbe also wo­mög­lich doch noch tei­len. Das Ver­mö­gen be­läuft sich laut Schät­zun­gen auf 35 Mil­lio­nen Euro. Zu­dem könn­te der fran­zö­si­sche Staat rund 11 Mil­lio­nen Euro Steu­er­nach­zah­lun­gen for­dern.

Bechertrick

• Pa­pa­raz­zi zu täu­schen hat Tra­di­ti­on. Hin­ter­aus­gän­ge, Ver­klei­dun­gen, Um­we­ge hel­fen da­bei, Stars und Stern­chen vor auf­dring­li­chen Ka­me­ra­ob­jek­ti­ven zu schüt­zen. Der schot­ti­sche Schau­spie­ler Ri­chard Ma­d­den, 32, be­treibt we­ni­ger Auf­wand, um den Bil­der­jä­gern ih­ren Job zu ver­mie­sen: So oft es geht, nimmt er ei­nen Be­cher mit grü­nem Saft in die Hand, wenn er auf die Stra­ße geht. Oder er zieht ein paar Tage hin­ter­ein­an­der die glei­chen Sa­chen an. Der Hin­ter­ge­dan­ke: Die Bil­der glei­chen ein­an­der so sehr, dass Pa­pa­raz­zi sie nicht mehr ver­kau­fen kön­nen, sie also nicht ver­öf­fent­licht wer­den. Der Schau­spie­ler, dem Gro­ßes vor­aus­ge­sagt wird, legt Wert auf Pri­vat­le­ben. We­der über Be­zie­hun­gen noch über sei­ne se­xu­el­le Ori­en­tie­rung gibt er Aus­kunft. Da­bei steigt das öf­fent­li­che In­ter­es­se an Ma­d­den. Er spiel­te in den ers­ten Staf­feln von »Game of Thro­nes« mit, im Ja­nu­ar wur­de er für die Rol­le des Per­so­nen­schüt­zers Da­vid Budd in der Se­rie »Bo­dy­guard« mit ei­nem Gol­den Glo­be aus­ge­zeich­net, ge­ra­de ist er als Lieb­ha­ber El­ton Johns im Ki­no­film »Ro­cket­man« zu se­hen. Ma­d­den soll für ei­nen Mar­vel-Film ge­cas­tet sein, und die Klatsch­zei­tung »Dai­ly Ex­press« er­klär­te ihn schon zum »kla­ren Fa­vo­ri­ten« als neu­er Ja­mes Bond.

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