Mit Van­da­len, Hun­nen, Ger­ma­nen und sons­ti­gen Al­pha­tie­ren muss­te sich Gal­la Pla­ci­dia, ei­ni­ge Jah­re lang Re­gen­tin des West­rö­mi­schen Rei­ches im 5. Jahr­hun­dert, her­um­schla­gen. Man könn­te mei­nen, dass sich seit­her nichts We­sent­li­ches ver­än­dert hät­te. Macht­gie­ri­ge Männ­chen, In­tri­gen, Zwangs-und Zweck­ver­bin­dun­gen. Herr­sche­rin­nen hat es im­mer schon ge­ge­ben, zu­erst in Ägyp­ten, spä­ter auch in Ja­pan, Ton­ga oder den Nie­der­lan­den. Doch durch Wah­len le­gi­ti­mier­te weib­li­che Staats­ober­häup­ter, gar Re­gie­rungs­che­fin­nen, wa­ren noch bis vor we­ni­gen Jahr­zehn­ten sel­ten. Vigdis Finn­bo­ga­dot­tir wur­de 1980 Staats­prä­si­den­tin Is­lands und da­mit die ers­te di­rekt vom Volk ge­wähl­te Staats­che­fin. Si­ri­ma­vo Ban­dar­a­nai­ke hieß die ers­te frei ge­wähl­te Mi­nis­ter­prä­si­den­tin welt­weit und re­gier­te Sri Lan­ka seit den Sech­zi­ger­jah­ren mehr­mals, mit gro­ßer Klug­heit und Ge­schick. Isa­bel Perón kam als Wit­we ih­res po­pu­lä­ren Man­nes auf den Pos­ten der ar­gen­ti­ni­schen Staats­prä­si­den­tin und schei­ter­te bald. In Deutsch­land dau­er­te es et­was län­ger, bis April 1990. Da über­nahm Sa­bi­ne Berg­mann-Pohl, ge­bo­re­ne Schulz, die Prä­si­dent­schaft der neu ge­wähl­ten Volks­kam­mer und wur­de so – für ei­ni­ge Mo­na­te – das letz­te Staats­ober­haupt der DDR und das ers­te (bis heu­te ein­zi­ge) weib­li­che in der deut­schen Ge­schich­te. Nach letz­ter Zäh­lung ha­ben heu­te 10 der 193 Uno-Mit­glied­staa­ten eine Frau als Staats­prä­si­den­tin. Dar­un­ter die Slo­wa­kei, Äthio­pi­en, Est­land, Ne­pal und die Mar­shal­l­in­seln. Deutsch­land bleibt nur zu hof­fen: #We­Too!

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 24/2019.