Per­so­na­lien

Freiheit statt Pflicht

• Die US-ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin Oli­via Wil­de, 35, er­lebt nach 15 Jah­ren Ar­beits­le­ben eine Be­frei­ung: Ihr Aus­se­hen spielt kei­ne Rol­le mehr in ih­rem neu­en Job. Ihr Re­gie­de­büt fürs Kino »Books­mart«, seit ver­gan­ge­ner Wo­che in den ame­ri­ka­ni­schen Ki­nos und von Kri­ti­kern be­reits ge­fei­ert, sei die ers­te Ar­beit, die sie »völ­lig un­ab­hän­gig« von ih­rem Äuße­ren habe ma­chen kön­nen, sag­te sie der »New York Times«. Die Er­kennt­nis habe sie scho­ckiert, so Wil­de, aber sie habe viel dar­über nach­ge­dacht. Ihr Port­fo­lio ist eher be­schränkt, sie spiel­te bis­her meist Ne­ben­rol­len, sexy, de­ko­ra­tiv, in­tel­lek­tu­ell nicht ge­ra­de an­spruchs­voll. Sie habe es als eine Art Pflicht ge­se­hen, die »per­fek­te Frau« zu ver­kör­pern – so wie an­de­re sich die­se vor­stel­len. Sie wur­de der­art häu­fig in ers­ter Li­nie we­gen ih­res Aus­se­hens en­ga­giert, dass sie ihr Ta­lent in Zwei­fel zog. Doch Wil­de will die Schau­spie­le­rei trotz­dem kei­nes­wegs auf­ge­ben: »Wenn du zu alt wirst, dich dumm zu stel­len, wird es erst wirk­lich in­ter­es­sant.«

Wollen Sie diesen Mann nackt sehen?

• Der he­te­ro­se­xu­el­le fran­zö­si­sche Na­tio­nal­spie­ler An­toi­ne Griez­mann, 28, for­dert ein här­te­res Auf­tre­ten ge­gen Ho­mo­pho­bie im Fuß­ball. Er wun­de­re sich nicht dar­über, dass bis­her kaum ein ak­ti­ver Pro­fi ein Co­m­ing-out ge­wagt habe, sag­te der Stür­mer dem fran­zö­si­schen Schwu­len­ma­ga­zin »Têtu«, für das er als Co­ver­boy po­siert. Fuß­ball­sta­di­en und Spiel­er­gar­de­ro­ben sei­en nun ein­mal nicht ge­ra­de gay-fri­end­ly. Wie es sich an­fühlt, als »Homo« be­schimpft zu wer­den, hat er selbst schon er­lebt. We­gen sei­ner blon­den Lo­cken sei er im Sta­di­on frü­her öf­ter als »Schwuch­tel« oder »dre­cki­ger Blon­die« dif­fa­miert wor­den. Er habe bis­her kei­nen schwu­len Spie­ler ge­trof­fen, glaubt Griez­mann. Soll­te sich aber je­mand ou­ten wol­len, will er das öf­fent­lich un­ter­stüt­zen. Wenn dem­nächst wie­der ein­mal ein Spie­ler eine ho­mo­pho­be Be­schimp­fung los­las­se, dann wer­de er nicht wei­ter­spie­len, sag­te der Top­spie­ler ent­schlos­sen. Griez­mann freut sich, dass er auch vie­le schwu­le Fans hat: »Ich fin­de das su­per. Je mehr Fans ich habe, des­to bes­ser.« Auf Nach­fra­ge des Ma­ga­zins lehn­te der zwei­fa­che Va­ter Nackt­auf­nah­men von sich ab: »Mein Kör­per ge­hört nur mei­ner Frau.«

A yiddishe filmeleh

• Es ist eine Pre­mie­re schon vor dem letz­ten Dreh­tag. In Ber­lin wird der­zeit zum ers­ten Mal seit Kriegs­en­de eine gan­ze Film­rei­he in jid­di­scher Spra­che ge­dreht: »Un­or­tho­dox«, nach dem Best­sel­ler von De­bo­rah Feld­man, 32. Die in Ber­lin le­ben­de Au­to­rin be­schreibt dar­in ih­ren Aus­bruch aus der chas­si­di­schen Ge­mein­de in Wil­li­ams­burg, New York. »Ich hat­te eine Ver­fil­mung des Bu­ches im­mer ab­ge­lehnt, viel­leicht aus Angst, dass mir mein Le­ben da­durch noch frem­der wer­den könn­te«, sagt Feld­man. »Aber die Chan­ce, in die­ser Stadt ei­nen Film zu ma­chen, in die­ser Spra­che und dazu noch maß­geb­lich von Frau­en ge­dreht – das war schon sehr ver­lo­ckend.« Die vier­tei­li­ge Se­rie wird für Net­flix pro­du­ziert und soll im März 2020 zu se­hen sein. Re­gie führt Ma­ria Schra­der, pro­du­ziert wird sie von Anna Win­ger (»Deutsch­land 83«), die auch das Dreh­buch schrieb, zu­sam­men mit der Fil­me­ma­che­rin Ale­xa Ka­ro­lin­ski. Ein wei­te­rer Dreh­ort ist New York.

Eiskalt und mysteriös

• Es muss wohl als Ver­such ge­wer­tet wer­den, ih­rer ganz per­sön­li­chen Bridget-Jo­nes-Scho­ko­la­de-zum-Früh­stück-Höl­le zu ent­kom­men: In ih­rer ers­ten Se­ri­en­rol­le (»What / If«) für den Strea­m­ing­dienst Net­flix spielt Renée Zell­we­ger, 50, eine eis­kal­te, stin­k­rei­che, mys­te­riö­se Ge­schäfts­frau. Ein­ge­fro­ren scheint auch die Mi­mik der Schau­spie­le­rin, die als all­mäch­tig auf­tre­ten­de Anne jede Men­ge Geld in ein Start-up-Un­ter­neh­men in­ves­tiert, nach­dem der Ehe­mann der Fir­men­grün­de­rin eine Nacht mit ihr ver­bracht hat. Ab­ge­se­hen da­von, dass der Plot der ers­ten Fol­ge ziem­lich alt aus­sieht – »Ein un­mo­ra­li­sches An­ge­bot« (1993) lässt grü­ßen –, fällt es oh­ne­hin schwer, Zell­we­ger an­zu­schau­en. Ihre Au­gen­li­der hält sie meist ge­senkt, den Blick starr, nur ih­rem Mund gönnt sie ab und zu ein Kräu­seln oder Spit­zen. Sie macht ei­nem ein biss­chen Angst.

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