Per­so­na­lien

Ein langer Weg

• Noch ein Jahr spä­ter ver­sucht sie zu be­grei­fen, was ge­sche­hen ist: Die Chor­lei­te­rin Ka­ren Gib­son, 55, und ihr Lon­do­ner Gos­pel­chor tra­ten am 19. Mai 2018 bei der Hoch­zeit von Prinz Har­ry und Meg­han Mark­le auf. Mit der In­ter­pre­ta­ti­on von Ben E. Kings »Stand by Me« sorg­te The King­dom Choir für ei­nen der be­rüh­rends­ten Mo­men­te wäh­rend der Ze­re­mo­nie – und schoss auf Platz eins der ame­ri­ka­ni­schen Gos­pel­charts. »Die­ser Auf­tritt hat un­ser Le­ben voll­kom­men ver­än­dert«, sagt Gib­son. Da­bei war es ein lan­ger Weg bis zu der Ver­si­on, die zum Vor­trag kam: Elf Vor­schlä­ge habe das künf­ti­ge Ehe­paar über zwei Mo­na­te hin­weg ab­ge­lehnt. »Wir muss­ten erst ler­nen, ganz viel von un­se­rem gro­ßen, schil­lern­den Gos­pel­sound ab­zu­le­gen, bis es so ein­fach und pur klang, wie sie es sich wünsch­ten«, sagt Gib­son. Nicht nur für sie per­sön­lich, son­dern für vie­le Men­schen ih­rer Haut­far­be habe der Auf­tritt des Chors bei die­ser Hoch­zeit et­was be­deu­tet, das Ge­fühl ge­schaf­fen, sicht­bar und selbst­ver­ständ­lich Teil auch die­ses na­tio­na­len Groß­er­eig­nis­ses zu sein. Mitt­ler­wei­le hat der Chor eine Plat­te ver­öf­fent­licht und tourt durchs Land. Vor aus­ver­kauf­tem Haus trat er am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, dem ers­ten Jah­res­tag der Hoch­zeit, in der Roy­al Al­bert Hall in Lon­don auf. Dem Duke und der Du­ch­ess of Sus­sex hat­ten sie eine Ein­la­dung ge­schickt, ge­sich­tet wur­de das Paar im Pu­bli­kum aber nicht. Gib­son zeigt Ver­ständ­nis: »Wer ein Baby be­kom­men hat, der hat ja ge­nug zu tun.«

Operndiva Trump

• Der Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten wur­de bei der Ge­burt von sei­nem Zwil­lings­bru­der ge­trennt – so er­zählt es die chi­ne­si­sche Oper »Trump on Show«, die in Hong­kong auf­ge­führt wird. Der Schau­spie­ler Loong Koon-tin spielt die Ti­tel­rol­le mit gel­ber Pe­rü­cke, gol­de­nen Au­gen­brau­en und viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Die drei­ein­halb­stün­di­ge Oper er­zählt von Trumps Su­che nach sei­nem ver­lo­re­nen Zwil­ling, der in ei­nem Kre­ma­to­ri­um in Chi­na ar­bei­tet. Dort be­geg­net die­ser dem Geist von Liu Shao­qi, dem ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten der Volks­re­pu­blik Chi­na, der wäh­rend der Kul­tur­re­vo­lu­ti­on in Haft starb. Wei­te­re Sze­nen der ab­sur­den Ko­mö­die: Mao und Ni­xon spie­len Ping­pong, Nord­ko­reas Kim Jong Un be­sucht das Wei­ße Haus, Do­nald Trump ver­schwin­det mit Au­ßer­ir­di­schen in ei­nem Raum­schiff. Der Au­tor des Stücks steht zu sei­nem Werk, mit dem er un­ter­hal­ten, nicht pro­ble­ma­ti­sie­ren will: Die Ge­schich­te sei eben »ver­rückt«. Er hofft, die Oper ir­gend­wann ein­mal vor Do­nald Trump per­sön­lich auf­füh­ren zu kön­nen.

Marihuana statt Koks

• Schau­spie­le­rin An­je­li­ca Hus­ton, 67, raucht re­gel­mä­ßig Ma­ri­hua­na. Eine Ge­fähr­dung ih­rer Ge­sund­heit kön­ne sie dar­in nicht se­hen, sag­te sie dem On­line­ma­ga­zin Vul­tu­re. Die Dro­ge sei ge­raucht bes­ser zu do­sie­ren als etwa in ei­nem Hasch­keks, der wir­ke »zu lang­sam«. Und beim Ver­zehr wis­se man nie, was da­bei her­aus­kommt: »Es kann sein, dass du am Ende für drei Tage ins Bett musst.« Wirk­lich ge­fähr­li­che Dro­gen hin­ge­gen sei­en heu­te kein The­ma mehr für sie. Ko­ka­in spiel­te eine grö­ße­re Rol­le in ih­rem be­weg­ten Le­ben, vor al­lem in den Sieb­zi­gern wäh­rend ih­rer lang­jäh­ri­gen Part­ner­schaft mit ih­rem Hol­ly­wood­kol­le­gen Jack Ni­chol­son. Die Kok­se­rei habe sie auf­ge­ge­ben, als sie ih­ren spä­te­ren Ehe­mann traf. 1992 hei­ra­te­te Hus­ton den Bild­hau­er Ro­bert Gra­ham. LSD hin­ge­gen habe sie nie so rich­tig in­ter­es­siert, sagt Hus­ton: »Ich will mich amü­sie­ren, aber nicht völ­lig ver­rückt wer­den.«

Zu viel gezeigt

• Dem Pop­star Jus­tin Bie­ber, 25, ist ge­lun­gen, was nur we­ni­ge Ver­tre­ter sei­nes Gen­res schaf­fen: eine lang­fris­ti­ge Wir­kung zu er­zie­len. Al­ler­dings ge­schah dies völ­lig un­ab­sicht­lich und au­ßer­halb sei­nes ei­gent­li­chen Wir­kungs­krei­ses. Auf Is­land, fern von Bie­bers ka­na­di­scher Hei­mat, ver­bot die Um­welt­agen­tur den Zu­gang zum Fjaðrár­gl­jú­fur-Cañon. Die Sper­rung ist die Fol­ge ei­nes Mu­sik­vi­de­os, das Bie­ber be­reits 2015 dort dreh­te. Zu dem Song »I'll Show You« lief der Sän­ger durch die spek­ta­ku­lä­re Land­schaft, ba­lan­cier­te wag­hal­sig auf ei­nem Grat und nahm ein Bad im kal­ten Was­ser. Das Vi­deo wur­de in­zwi­schen fast 450 Mil­lio­nen Mal an­ge­schaut, und der An­sturm auf Fjaðrár­gl­jú­fur ver­dop­pel­te sich zwi­schen 2017 und 2018. Die Bie­ber-Fans hin­ter­lie­ßen un­schö­ne Spu­ren, zer­tram­pel­ten die Ve­ge­ta­ti­on, die im Früh­jahr sehr an­fäl­lig ist. Zu­nächst soll­te der Cañon für zwei Wo­chen im März ge­sperrt wer­den, jetzt gilt die Ver­fü­gung bis zum 1. Juni.

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