Hef­te raus, Klas­sen­ar­beit! Der Pisa-Schock ist bald 20 Jah­re her. Da­mals, im Jahr 2001, rea­li­sier­te Deutsch­land, dass sein Bil­dungs­sys­tem, nach Pisa-Kri­te­ri­en be­mes­sen, qua­li­ta­tiv im un­te­ren in­ter­na­tio­na­len Mit­tel­feld lag. Doch seit­her ha­ben of­fen­bar ins­be­son­de­re Schü­ler mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ihre Kom­pe­ten­zen er­heb­lich ver­bes­sern kön­nen. Zu die­sem Er­geb­nis kommt das Team von Kris­ti­na Reiss an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen, die den deut­schen Teil der Pisa-Stu­die lei­tet. Im Le­sen stei­ger­ten sich Ju­gend­li­che mit Zu­wan­de­rungs­hin­ter­grund von 444 Punk­ten (2000) auf 470 Punk­te (2009), also um 26 Punk­te; in Ma­the schnit­ten sie um 24 Punk­te bes­ser ab (Ver­gleichs­jah­re: 2003 und 2012) – was man un­ge­fähr als Leis­tungs­zu­wachs von ei­nem Schul­jahr in­ter­pre­tie­ren könn­te. »Of­fen­sicht­lich wa­ren die Be­mü­hun­gen er­folg­reich, Kin­der und Ju­gend­li­che mit Zu­wan­de­rungs­hin­ter­grund im Bil­dungs­sys­tem stär­ker zu för­dern«, sagt Mir­jam Weis von der TU Mün­chen. Nur in Na­tur­wis­sen­schaf­ten zeig­te sich kei­ne si­gni­fi­kan­te Ver­än­de­rung (Ver­gleichs­zeit­raum: 2006 bis 2015). Die Aus­wer­tung be­legt au­ßer­dem, dass Kin­der aus so­zi­al schwä­che­ren Fa­mi­li­en ins­ge­samt bes­se­re Leis­tun­gen zei­gen als frü­her, nicht nur jene mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Wenn sich der Trend be­stä­tigt, wür­de es be­deu­ten, dass so­wohl Ar­mut wie Her­kunft an Ein­fluss ver­lie­ren, wenn es um schu­li­sche Leis­tun­gen geht. Schü­ler ohne Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund üb­ri­gens sind seit Be­ginn der Pisa-Stu­di­en in den Haupt­do­mä­nen Le­sen, Ma­the und Na­tur­wis­sen­schaft we­der bes­ser noch schlech­ter ge­wor­den.

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