Der Strohhut

Ges­tern und heu­te Bri­git­te Bar­dot 1965 mit ge­floch­te­nem Son­nen­hut in XXL (l.). Mo­del mit ei­ner Kopf­be­de­ckung aus der ak­tu­el­len Kol­lek­ti­on von »Toi­no Abel«. Die por­tu­gie­si­sche Fir­ma ver­ar­bei­tet auf tra­di­tio­nel­le Wei­se Schilf und an­de­re Na­tur­ma­te­ria­li­en zu Hüten, Ta­schen und Woh­nac­ces­soires 

Klas­si­ker In die­sem Som­mer taucht der Stroh­hut auf wie eine schö­ne Cou­si­ne aus dem Exil. Eine, die wir im­mer schon moch­ten, aber ir­gend­wie ver­ges­sen hat­ten. Der Street­style bringt Kap­pen, Müt­zen, Tü­cher auf die Köp­fe - und nun eben wie­der den Stroh­hut. Ur­sprüng­lich dien­te er sei­nen Trä­gern auf dem Feld oder auf See als Schutz vor der Son­ne. Bis in die Zwan­zi­ger­jah­re des vo­ri­gen Jahr­hun­derts dien­ten Form und Far­be des Huts oft als Er­ken­nungs­zei­chen, wel­cher Zunft man an­ge­hör­te oder wel­cher po­li­ti­schen Über­zeu­gung man war. Mo­men­tan steht er für eine Rück­be­sin­nung zur Na­tur und zum Hand­werk. Der Por­tu­gie­se Nuno Hen­ri­ques, 34, hat in dem Dorf Cas­t­an­hei­ra de Pêra die alte Schilffa­brik sei­nes Groß­va­ters aus den Fünf­zi­gern wie­der­be­lebt. Hier wer­den Stroh und Grä­ser ver­floch­ten zu hüb­schen Hü­ten, Ta­schen oder Woh­nac­ces­soires. »Toi­no Abel« heißt das La­bel, so wie Hen­ri­ques' Opa. Ma­nu­fak­tu­ren wie »Mai­son Mi­chel« aus Pa­ris oder »Lola Hats« aus Brook­lyn pro­du­zie­ren eben­falls wie­der Hüte aus Stroh­ge­flecht. Das ak­tu­el­le Come­back ist nicht das ers­te. In den Sech­zi­gern und Sieb­zi­gern tru­gen Jane Bir­kin und Bri­git­te Bar­dot das Stroh zur Schau. Der Hut galt als chic. Heu­te gilt als chic, was nach­hal­tig und um­welt­freund­lich ist. Denn das Kli­ma wan­delt sich, die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen. Umso wich­ti­ger ist es, ei­nen küh­len Kopf zu be­wah­ren.

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