High Glass

Die Mo­sel hat ih­ren Ur­sprung in den süd­li­chen Vo­ge­sen und rinnt erst durch Loth­rin­gen, be­vor sie zwi­schen Schen­gen und Was­ser­bil­lig über 42 Ki­lo­me­ter lang die Gren­ze des Groß­her­zog­tums Lu­xem­burg zu Deutsch­land mar­kiert. Sie ist ein län­der­über­schrei­ten­der und Kul­tu­ren ver­bin­den­der Fluss, wenn­gleich man fast aus­schließ­lich an deut­sche Wei­ne denkt, wenn man von Mo­sel­wei­nen spricht. Wäh­rend die deut­schen Trop­fen zu­meist in spek­ta­ku­lä­ren Steil­la­gen auf kar­gen Schie­fer­bö­den wach­sen und in der Re­gel Ries­lin­ge sind, ge­dei­hen die Wei­ne der AOP Mo­sel­le Lu­xem­bour­geoi­se auf Ke­u­per- und Ton­mer­gel- oder Mu­schel­kalk­bö­den. Von knapp 1300 Hekt­ar Reb­flä­che nimmt der Ries­ling hier nur 13 Pro­zent ein. Be­deu­ten­der sind der Ri­va­ner ge­nann­te Mül­ler-Thur­gau (25 Pro­zent) so­wie die Bur­gun­der­sor­ten Pi­not Gris (Grau­bur­gun­der, 15 Pro­zent) und Au­xer­rois (14 Pro­zent). Auch Pi­not Blanc (Weiß­bur­gun­der) mit zwölf Pro­zent ist eine wich­ti­ge Reb­sor­te. Wem Ries­ling zu ras­sig ist, der soll­te ein­mal die Bur­gun­der­wei­ne von der Mo­sel­le pro­bie­ren. Etwa die 2017er von Abi Duhr auf Châ­teau Pau­qué in Gre­ven­ma­cher - al­le­samt wie fei­ne fran­zö­si­sche Bur­gun­der mit na­tür­li­chen He­fen ver­go­ren: etwa der im Stahl­tank vi­ni­fi­zier­te Pi­not Gris »Schen­gen «, des­sen fruch­ti­ge Art und mi­ne­ra­li­sche Ras­se eine Brü­cke zum Ries­ling bil­det. Wer es kom­ple­xer und »bur­gun­di­scher« mag, ver­su­che sich am in Bar­ri­ques vi­ni­fi­zier­ten »Fos­si­les«, ei­ner sal­zi­gen, span­nungs­rei­chen Cu­vée aus Pi­not Blanc und Au­xer­rois, die selbst zu Aus­tern passt. Groß­ar­tig und für jede Fest­ta­fel ge­eig­net ist der jun­ge, aber viel­ver­spre­chen­de Châ­teau Pau­qué - ein Char­don­nay, des­sen Tan­nin selbst Rot­wein­trin­kern ge­fal­len dürf­te, die hier im Groß­her­zog­tum kei­ne blau­en Zäh­ne zu be­fürch­ten ha­ben. Alle Wei­ne (20 bis 36 Euro) über wei­ne-spi­ri­tuo­sen-spies.de

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 21/2019.