Per­so­na­lien

Haltung ist alles

• Sie gilt als das äl­tes­te ak­ti­ve Su­per­mo­del, und sie denkt nicht im Traum dar­an, in Ren­te zu ge­hen: Daph­ne Sel­fe, 90, sie bie­tet On­line­kur­se für po­ten­zi­el­le Mo­dels an. Au­ßer­dem steht sie be­reit für Fo­to­shoo­tings oder Mo­den­schau­en. Stil und Schön­heit sind für die Bri­tin kei­ne Fra­gen des Al­ters – und sie for­dert recht streng, dass sich je­der dar­um küm­mern möge. »Die Frau­en heut­zu­ta­ge schau­en nicht rich­tig in den Spiegel«, sag­te sie bei ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on in Lon­don. Man müs­se eben wis­sen, was ei­nem steht. Sel­fe selbst macht die Wahl ih­rer Out­fits von der Ge­le­gen­heit ab­hän­gig: »Wenn ich ins Thea­ter gehe, ma­che ich mich schick.« Al­les an­de­re sei »re­spekt­los« den Schau­spie­lern ge­gen­über. Die apar­te Dame be­rich­te­te auch von ih­ren An­fän­gen als Mo­del. Da­mals, in den Fünf­zi­gern, habe man viel mehr Wert auf gute Klei­dung ge­legt. Ihre Klei­der für be­son­de­re Ge­le­gen­hei­ten habe sie alle selbst ge­macht. Sie be­sit­ze auch noch ei­ni­ges aus die­ser Zeit, aber es pas­se nicht mehr so gut: »Die Sa­che ist, du schrumpfst, die Tail­le be­fin­det sich heu­te am fal­schen Platz.«

Glücklich gleichgültig

• Hart­ge­sot­te­ne Roya­lis­ten se­hen nach der Ge­burt von Ar­chie Har­ri­son Mount­bat­ten-Wind­sor, zwölf Tage alt, ihre An­sprü­che an Tra­di­ti­ons­pfle­ge wei­ter ent­täuscht. Schon be­vor das Kind zur Welt kam, war klar ge­we­sen: Es wür­de kei­nen Fo­to­ter­min beim Ver­las­sen der Ge­burts­kli­nik ge­ben, ja, es wür­de nicht ein­mal der Ge­burts­ort ver­ra­ten. Un­ver­ständ­nis, so­gar Em­pö­rung mach­ten sich breit. Bis jetzt wei­gern sich die El­tern, die Ge­burts­ur­kun­de zu ver­öf­fent­li­chen, in der der ge­naue Ort ver­zeich­net ist. Noch ein Bruch mit hö­fi­schen Ge­pflo­gen­hei­ten. Meg­han und Har­ry wol­len ih­rem Erst­ge­bo­re­nen ei­nen so nor­ma­len Start wie mög­lich ins Le­ben ge­ben, heißt es. Da scheint es lo­gisch, dass es kei­ne of­fi­zi­el­len Me­mo­ra­bi­lia wie Ge­schirr­tü­cher oder Tas­sen als kit­schi­ge Er­in­ne­rung an Ar­chies Ge­burts­tag gibt – für Fans des Kö­nigs­hau­ses eine wei­te­re bit­te­re Nach­richt. Nur 100 kö­nig­li­che Ba­byted­dy­bä­ren für je 125 Pfund ka­men auf den Markt. Die sind längst aus­ver­kauft und wer­den in­zwi­schen on­line für bis zu 2500 Pfund ge­han­delt. Ar­chie dürf­te dies zum Glück eben­so gleich­gül­tig sein wie der Um­stand, dass ein Ju­we­lier in Nor­folk ihm zu Eh­ren ei­nen sil­ber­nen, mit Dia­man­ten ver­zier­ten De­ckel für Ba­by­creme im Wert von 4250 Pfund ent­wor­fen hat. Ganz nor­mal eben.

Das alte Dilemma

• Die in In­di­en ge­bo­re­ne Pad­ma Lak­sh­mi, 48, seit 2006 er­folg­reich als Mo­dera­to­rin in der US-ame­ri­ka­ni­schen Koch­show »Top Chef« tä­tig, kehrt zu ih­ren Wur­zeln zu­rück: Sie po­siert als Mo­del – und zwar fast nackt für das Co­ver der in­di­schen Aus­ga­be der »Vogue«. Die Ex-Frau des Schrift­stel­lers Sal­man Rush­die war als An­fang 20-Jäh­ri­ge von ei­nem Mo­del­s­cout ent­deckt wor­den und ar­bei­te­te seit­her im­mer wie­der für be­deu­ten­de Mo­de­ma­ga­zi­ne. Die ak­tu­el­le Fo­to­stre­cke in­klu­si­ve Ti­tel brach­te ihr sehr vie­le Kom­pli­men­te, wur­de aber auch kri­ti­siert: Ob es rich­tig sei, sich nackt zu prä­sen­tie­ren, um Auf­merk­sam­keit zu be­kom­men, und ob eine »star­ke Frau« es nö­tig habe, sich so se­xua­li­siert zu zei­gen. Lak­sh­mi re­agier­te ziem­lich cool: Sie fin­de die Bil­der wun­der­schön und habe sich in kei­ner Wei­se aus­ge­beu­tet ge­fühlt. Die Selbst­be­stimmt­heit der Frau ist we­gen man­geln­der Gleich­stel­lung bis hin zu of­fe­ner Mi­so­gy­nie ein ge­sell­schaft­li­ches Reiz­the­ma in In­di­en.

Die will mehr als nur spielen

• Die Vor­sit­zen­de der SPD, An­drea Nah­les, 48, hat­te in der ver­gan­ge­nen Wo­che ein Gip­fel­tref­fen der et­was an­de­ren Art. Am Ran­de ei­nes Emp­fangs des SPD-Wirt­schafts­fo­rums in der Ber­li­ner Kalk­scheu­ne stritt sie mit US-Bot­schaf­ter Ri­chard Gren­ell, 52, über des­sen Ein­mi­schun­gen in in­ner­deut­sche An­ge­le­gen­hei­ten. Nah­les äu­ßer­te ihr Be­frem­den dar­über, dass Gren­ell die Bun­des­re­gie­rung im­mer wie­der öf­fent­lich be­leh­re. Die bei­den be­en­de­ten ihr durch­aus span­nungs­vol­les Ge­spräch dann aber sehr fried­lich. Nah­les er­zähl­te Gren­ell, dass sie der­zeit dar­über nach­den­ke, ih­rer Toch­ter ei­nen Hund zu kau­fen. Der US-Bot­schaf­ter lud die Po­li­ti­ke­rin dar­auf­hin dazu ein, sei­ne Hün­din zu be­gut­ach­ten, die vor dem Ein­gang der Kalk­scheu­ne auf dem Park­platz im Auto war­te­te. Also ver­lie­ßen bei­de das Ge­bäu­de, um Lola, 8, zu strei­cheln, eine te­xa­ni­sche Blue Lacy. Die Bot­schaft twit­ter­te an­schlie­ßend ein Foto des Drei­er­gip­fels mit dem ver­söhn­li­chen Hash­tag #dog­plo­ma­cy. Dem Ver­neh­men nach steht ein te­xa­ni­scher Hund bis­lang trotz­dem nicht auf der Ein­kaufs­lis­te der SPD-Vor­sit­zen­den.

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