Jun­ge, komm bald wie­der. Seit der Mensch das Meer be­fährt, weiß er, dass die­ses Un­ter­fan­gen vol­ler Ge­fah­ren ist. Odys­seus und Ro­bin­son Cru­soe, Sind­bad und Ka­pi­tän Ahab; »Ti­ta­nic«, »Pa­mir«, »Mün­chen«: See­fah­rer­ge­schich­ten sind Ge­schich­ten vom Wa­gen, vom Ken­tern, vom Stran­den, vom Un­ter­ge­hen – vom Schei­tern. Noch die jün­ge­re Ge­schich­te ist voll von Un­glü­cken. 1994 fan­den 852 Men­schen den Tod, als die »Es­to­nia« in der kal­ten Ost­see sank. 1999 flos­sen 17 000 Ton­nen Schwer­öl in den At­lan­tik, als der Tan­ker »Eri­ka« vor der fran­zö­si­schen Küs­te aus­ein­an­der­brach. 2012 schlug die »Cos­ta Con­cor­dia« vor Ita­li­en leck, 32 Men­schen star­ben. Den­noch wird die See­fahrt im­mer si­che­rer. Mo­der­ne Ra­dar­sys­te­me stel­len Zie­le in der Nähe prä­zi­ser dar als die al­ten, das AIS-Sys­tem zur Na­vi­ga­ti­on zeigt Ka­pi­tä­nen und Lot­sen Ge­schwin­dig­keit, Grö­ße und den ex­ak­ten Kurs von Schif­fen in ih­rer Nähe. Mo­der­ne Tan­ker ha­ben über­dies eine Dop­pel­hül­le, so­dass die La­dung bei Be­schä­di­gung nicht so leicht aus­lau­fen kann. Dem tech­ni­schen Fort­schritt (und den Ka­ta­stro­phen der Ver­gan­gen­heit) ist es vor al­lem zu dan­ken, dass sich die Zahl der Ver­lus­te von Schif­fen mit mehr als hun­dert Brut­to­re­gis­ter­ton­nen von 1990 bis 2017 mehr als hal­biert hat. Das stellt die Safe­ty & Ship­ping Re­view der Al­li­anz-Ver­si­che­rung fest. Al­ler­dings: Trotz al­ler Tech­nik sind drei Vier­tel al­ler Ha­va­ri­en noch im­mer auf mensch­li­ches Ver­sa­gen zu­rück­zu­füh­ren. So be­fährt der Mensch seit Jahr­tau­sen­den die See – und ist sich selbst das größ­te Ri­si­ko da­bei.

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