Haus­mit­tei­lung

Pfis­ter, Mer­kel in Ber­lin

Es war im­mer die gro­ße Kunst An­ge­la Mer­kels, die Deut­schen zu be­ru­hi­gen. Als sie sich im Jahr 2013 zum drit­ten Mal als Kanz­le­rin be­warb, tat sie dies im Grun­de mit nur ei­nem Satz: »Sie ken­nen mich.« Aber stimmt das auch? Re­dak­teur René Pfis­ter hat Mer­kel über vie­le Jah­re be­glei­tet, auch bei Rei­sen nach Afri­ka, in die USA, nach Chi­na und Russ­land. Der Blick Mer­kels auf die Welt­la­ge, so Pfis­ter, hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dra­ma­tisch ver­än­dert. Ab­seits der Mi­kro­fo­ne schlug sie im­mer wie­der ei­nen apo­ka­lyp­ti­schen Ton an, sie ver­glich die Si­tua­ti­on von heu­te mit der vor dem Aus­bruch des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges im Jahr 1618, der dann wei­te Tei­le Eu­ro­pas zer­stört hat. Doch was folgt aus die­ser düs­te­ren Ana­lo­gie? »Mer­kel ver­hält sich selt­sam pa­ra­dox«, sagt Pfis­ter. »Ihre Sicht auf die Lage könn­te kaum pes­si­mis­ti­scher sein, aber für ihre prak­ti­sche Po­li­tik hat das so gut wie kei­ne Kon­se­quen­zen.« Zum Ar­ti­kel

Deut­sche, ös­ter­rei­chi­sche Aus­ga­be, Knob­be 

Re­dak­teur Mar­tin Knob­be hör­te vor ei­ni­ger Zeit, dass es heim­lich auf­ge­nom­me­ne Vi­de­os ge­ben soll, die zei­gen, wie der heu­ti­ge Vi­ze­kanz­ler Öster­reichs, der FPÖ-Po­li­ti­ker Heinz-Chris­ti­an Stra­che, und sein Par­tei­freund Jo­hann Gu­de­nus ei­ner an­geb­li­chen rus­si­schen Mul­ti­mil­lio­nä­rin öf­fent­li­che Auf­trä­ge in Aus­sicht stel­len, im Hin­blick auf eine mög­li­che Un­ter­stüt­zung im Wahl­kampf. Knob­be glaub­te zu­nächst an eine Ver­schwö­rungs­theo­rie, doch dann be­kam er die Vi­de­os zu­ge­spielt, ge­mein­sam mit Wolf Wied­mann-Schmidt und an­de­ren Kol­le­gen wer­te­te er sie aus. Da auch die »Süd­deut­sche Zei­tung« das Ma­te­ri­al er­hielt, ver­ein­bar­ten die Re­dak­tio­nen, bei der Re­cher­che zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Die Auf­nah­men zei­gen ein gut sechs­stün­di­ges Tref­fen in ei­ner Vil­la auf Ibi­za, bei dem Stra­che zwi­schen Wod­ka / Red Bull und Thun­fisch­t­atar sei­ne Be­reit­schaft of­fen­bart, mit rus­si­schem Schwarz­geld ei­nen Vor­teil ge­gen­über dem po­li­ti­schen Geg­ner zu er­lan­gen. Was die FPÖ-Po­li­ti­ker nicht wuss­ten: Das An­ge­bot der an­geb­li­chen Mil­lio­nä­rin wur­de nur zum Schein un­ter­brei­tet, um zu se­hen, wie weit sie ge­hen wür­den. Es war eine Fal­le. Wal­ter Mayr, lang­jäh­ri­ger Öster­reich-Kor­re­spon­dent des SPIEGEL, schrieb die de­li­ka­te Af­fä­re auf, die in der Auf­la­ge für Öster­reich das Ti­tel­stück stellt. Mayr: »Die Vi­de­os wir­ken wie der Werk­statt­be­richt aus ei­ner Ba­na­nen­re­pu­blik.« zum Ar­ti­kel

Jung, Kron­prinz Haa­kon, Kühn in Oslo

Noch be­vor die Re­dak­teu­re Alex­an­der Jung und Alex­an­der Kühn ihre ers­te Fra­ge stell­ten, be­gann der nor­we­gi­sche Kron­prinz Haa­kon von sei­ner Lie­be zu Elek­tro­au­tos zu schwär­men. Nor­we­gen ist ei­ner der größ­ten eu­ro­päi­schen Lie­fe­ran­ten von Öl und Erd­gas, aber auch ein Vor­bild in grü­ner En­er­gie. Am kom­men­den Frei­tag wird Haa­kon des­halb nach Ber­lin rei­sen, wo er bei ei­nem Um­welt­fes­ti­val ei­nen Preis für Nach­hal­tig­keit ver­leiht. Die SPIEGEL-Re­dak­teu­re be­such­ten ihn vor­ab im kö­nig­li­chen Schloss in Oslo. Das Ge­spräch wur­de auf Eng­lisch ge­führt. Erst da­nach er­zähl­te Haa­kon von sei­nen Deutsch­kennt­nis­sen und da­von, wie er die­se ver­bes­sern konn­te: Wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung bei der Ma­ri­ne habe er den deut­schen Spiel­film »Das Boot« ge­se­hen – und re­gel­mä­ßig den SPIEGEL ge­le­sen. zum Ar­ti­kel