Die Härte der Stadt

Literatur  Elif Shafak zählt zu den erfolgreichsten türkischen Schriftstellern. In ihrem Roman »Unerhörte Stimmen« erzählt sie von Istanbul als rauem, geschichtssattem Ort.

Au­to­rin Shafak in Lon­don »Ich mag kein Schub­la­den­den­ken«

Als sie nach Is­tan­bul auf­bricht, las­sen sich die Rie­gel und die schwe­ren Ei­sen­ket­ten, die das Haus ih­rer El­tern si­chern sol­len, selt­sam leicht be­we­gen. Lei­la glaubt, dass sie in der Stadt schon ir­gend­wie zu­recht­kom­men wird. Bes­ser je­den­falls als in ih­rem Hei­mat­ort Van, wo sie den Sohn je­nes On­kels hei­ra­ten soll, der sie be­tatscht und miss­braucht hat. Auf dem Weg zum Bus geht Lei­la quer über den Fried­hof, sie liest die Na­men auf den Grab­stei­nen und ver­sucht, sich aus­zu­ma­len, was die Men­schen, die dort be­gra­ben lie­gen, wohl für Le­ben ge­führt ha­ben.

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