Per­so­na­lien

Die Scheue

• Je­den Tag den­ke sie dar­über nach, ih­ren Ins­ta­gram-Ac­count zu lö­schen, sag­te Eliz­a­beth Ol­sen, 30, Schau­spie­le­rin und Mo­del, dem Gla­mour­ma­ga­zin »Har­per's Ba­zaar« schon vor ei­nem Jahr. Sie fra­ge sich im­mer wie­der, war­um sie dort über­haupt ak­tiv sei. Da­bei ist Ol­sen ein Voll­pro­fi, von Kind­heit an als klei­ne Schwes­ter der be­rühm­ten Ol­sen-Zwil­lin­ge mit dem Ge­schäft der Po­pu­la­ri­tät ver­traut – und sie weiß ganz ge­nau, was sie tut: das Image ei­ner auf Pri­vat­sphä­re be­dach­ten, scheu­en Künst­le­rin pfle­gen. Das In­ter­view fand kurz vor der Pre­mie­re von »Aven­gers: In­fi­ni­ty War« statt. Ol­sen habe »zu ih­rem Ent­set­zen« be­reits 1,1 Mil­lio­nen Fol­lo­wer auf Ins­ta­gram, schrieb »Har­per's Ba­zaar« da­mals, ob­wohl sie erst kurz da­bei sei. Sie wol­le ih­ren Ac­count nach der Film­pre­mie­re lö­schen, sag­te sie. Ganz be­stimmt. Heu­te, ei­nen wei­te­ren »Aven­gers«-Film spä­ter, in dem sie wie­der die schö­ne Scar­let Witch ge­spielt hat, exis­tiert ihr Ins­ta­gram-Ac­count wei­ter­hin. Ol­sen fol­gen in­zwi­schen 4,9 Mil­lio­nen Men­schen. Sie hat im ver­gan­ge­nen Jahr we­ni­ger als 30 Posts ab­ge­setzt, scheu eben.

Eintopf gegen Vorurteile

• Die Au­to­rin des Welt­best­sel­lers »Fif­ty Shades of Grey« hat den al­ba­ni­schen Bot­schaf­ter in Groß­bri­tan­ni­en ge­gen sich auf­ge­bracht. Schon lan­ge war­te­ten Fans der Ero­tik­t­ri­lo­gie auf ein neu­es Buch von E. L. Ja­mes, 56. Jetzt er­schien »The Mis­ter«, in dem sich ein Aris­to­krat in eine Al­ba­ne­rin ver­liebt, die il­le­gal in Lon­don lebt und sei­ne Woh­nung putzt. Die Frau wird von (al­ba­ni­schen) Kri­mi­nel­len ge­schla­gen, be­droht, ent­führt. Die gan­ze Dar­stel­lung sei »völ­lig un­rea­lis­tisch«, sei­ne Lands­leu­te wür­den viel zu ne­ga­tiv be­schrie­ben, klagt der Di­plo­mat. Eine Re­zen­sen­tin des ame­ri­ka­ni­schen Ma­ga­zins »En­ter­tain­ment Weekly« teilt sei­ne Ab­leh­nung. Die Au­to­rin be­die­ne Kli­schees, die al­ba­ni­schen Män­ner kä­men alle als »ver­bre­che­ri­sche Ne­an­der­ta­ler« da­her. E. L. Ja­mes be­teu­er­te, aus­führ­lich über das Land in Süd­ost­eu­ro­pa re­cher­chiert zu ha­ben, ein Buch über Or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät habe sie auch kon­sul­tiert – und ihr Mann habe ge­lernt, al­ba­ni­sche Ein­töp­fe zu ko­chen.

Held mit Aussicht

• Ter­rence Malicks neu­es Ki­no­epos »A Hi­d­den Life« wur­de häu­fig ver­scho­ben und umso sehn­süch­ti­ger er­war­tet. Wenn Haupt­dar­stel­ler Au­gust Diehl, 43, das rund drei Stun­den lan­ge Mam­mut­werk auf dem am 14. Mai be­gin­nen­den Fes­ti­val von Can­nes prä­sen­tiert, wer­den auf dem ro­ten Tep­pich auf je­den Fall zwei sei­ner Co-Stars feh­len, weil sie in der Zwi­schen­zeit ver­stor­ben sind: der Schwei­zer Bru­no Ganz und der Schwe­de Mi­ka­el Nyqvist. Der Film wur­de be­reits 2016 in Nord­ita­li­en und Deutsch­land ge­dreht, fast drei Jah­re lang dau­er­te die Fer­tig­stel­lung. Er­zählt wird die Ge­schich­te des Öster­rei­chers Franz Jä­ger­stät­ter, der sich wei­ger­te, für die Na­zis in den Krieg zu zie­hen, und 1943 des­halb hin­ge­rich­tet wur­de. Für Diehl, der schon mit Quen­tin Ta­ran­ti­no, An­ge­li­na Jo­lie und Brad Pitt ge­ar­bei­tet hat, ist dies ein Hö­he­punkt sei­ner Kar­rie­re. Die Rol­le des gläu­bi­gen Chris­ten Jä­ger­stät­ter, der für sei­ne Über­zeu­gun­gen in den Tod ging und 2007 von der rö­misch-ka­tho­li­schen Kir­che se­lig ge­spro­chen wur­de, macht den Schau­spie­ler zu ei­nem aus­sichts­rei­chen Kan­di­da­ten für den Dar­stel­ler­preis in Can­nes.

Extrem grün

• Der ehe­ma­li­ge For­mel-1-Welt­meis­ter Nico Ros­berg, 33, ist, wie alle Renn­fah­rer, ein Ex­tre­mist. Was er an­geht, macht er mit Lei­den­schaft und ma­xi­ma­lem Ein­satz. So be­sieg­te er 2016 den Bri­ten Le­wis Ha­mil­ton, und so stellt er nun in Ber­lin eine Leis­tungs­schau grü­ner In­no­va­tio­nen auf die Bei­ne, das Green­tech Fes­ti­val. Ein Ex-Renn­fah­rer als Öko­ak­ti­vist? Nach dem Kar­rie­re­en­de vor zwei­ein­halb Jah­ren, er­zählt Ros­berg, habe er bei Mer­ce­des ei­nen Blick in die Ent­wick­lungs­la­bors wer­fen dür­fen – und was er da an »nach­hal­ti­ger Mo­bi­li­tät« rund ums Auto se­hen konn­te, habe ihn »voll fas­zi­niert«. Auf dem Flug­ha­fen Tem­pel­hof prä­sen­tiert Fes­ti­val­grün­der Ros­berg nun vom 23. bis 25. Mai die grü­ne Zu­kunft: Flug­ta­xis, Boo­te, Sport­wa­gen, He­li­ko­pter – al­les elek­trisch be­trie­ben. Par­al­lel dis­ku­tie­ren Ex­per­ten aus al­ler Welt über High­tech und Um­welt­schutz. Ros­bergs Ziel: »Mög­lichst vie­le Men­schen in­spi­rie­ren und für ei­nen grü­nen Wan­del be­geis­tern.«

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