Per­so­na­lien

Herzens­dinge

• Wer so ge­fragt ist wie die Os­car­preis­trä­ge­rin Lu­pi­ta Nyon­g'o, 36, muss auf­pas­sen, sich nicht zu ver­zet­teln. Das ge­lingt der in Me­xi­ko ge­bo­re­nen Toch­ter ni­ge­ria­ni­scher El­tern ziem­lich gut. Die Schau­spie­le­rin (»12 Ye­ars a Slave«, »Black Pan­ther« und seit ver­gan­ge­ner Wo­che mit dem Hor­ror­thril­ler »Wir« in den deut­schen Ki­nos) weiß, dass sie am bes­ten ist, wenn sie Zeit hat zu re­ge­ne­rie­ren, schlicht nichts zu tun: Sie sei eben »nicht pau­sen­los krea­tiv«, sag­te sie der »New York Times«. Auch viel­ver­spre­chen­de Rol­len­an­ge­bo­te lehn­te sie schon ab. Nach­dem sie nun die PR-Tour für »Wir« ab­ge­schlos­sen hat, freut sie sich aber auf die Um­set­zung ei­nes Pro­jekts, das ihr schon lan­ge am Her­zen liegt. Nyon­g'o wird als Pro­du­zen­tin und Haupt­dar­stel­le­rin ei­ner Mi­ni­se­rie in Ak­ti­on tre­ten. Der Ro­man »Ame­ri­ca­nah« von Chi­ma­man­da Ngo­zi Adi­chie liegt dem Dreh­buch zu­grun­de. Nyon­g'o hat 2014 die Film­rech­te er­wor­ben, nicht lan­ge nach Er­schei­nen des Buchs, das die Ge­schich­te ei­ner jun­gen Ni­ge­ria­ne­rin er­zählt, die in die USA kommt. Der »Vogue« sag­te Nyon­g'o, der Start­schuss zum Dreh ste­he kurz be­vor: »Ich bin ab­so­lut be­reit, end­lich an­zu­fan­gen.«

Lieber Gott als König

• Ein Mann, der von sich selbst in der drit­ten Per­son spricht, sich als Fer­ra­ri be­zeich­net und auch sonst kei­nen Man­gel an Selbst­be­wusst­sein auf­weist: So prä­sen­tiert sich der Fuß­ball­pro­fi Zla­tan Ibra­hi­mo­vić, 37, schon lan­ge. Auch sei­ne zwei­te Sai­son in den USA bei LA Ga­la­xy be­ginnt der Aus­nah­me­sport­ler, der kein Kö­nig, son­dern ein Gott sein will, ge­wohnt groß­mäu­lig – und un­ter­halt­sam. Bei sei­ner Rück­kehr aus dem Fa­mi­li­en­ur­laub in Schwe­den fand »Su­per Zla­tan« eine Da­vid-Beck­ham-Sta­tue auf dem Vor­platz des LA-Ga­la­xy-Sta­di­ons vor. Ibra­hi­mo­vić – »ich bin kei­ne Show, ich bin echt« – sag­te der »New York Times«, er freue sich für sei­nen ehe­ma­li­gen Team­kol­le­gen Beck­ham. Ob er sich vor­stel­len kön­ne, dass ir­gend­wann auch von ihm eine Sta­tue auf­ge­stellt wer­de? »Wir re­den ge­ra­de dar­über«, sag­te der Stür­mer. »Nicht eine – zwei. Eine vorn, eine hin­ten. Und eine in der Mit­te vom Sta­di­on. Also drei!« Nach­dem er ver­gan­ge­nen März sei­nen Ver­trag bei LA Ga­la­xy un­ter­zeich­net hat­te, schal­te­te er eine ganz­sei­ti­ge An­zei­ge in der »Los An­ge­les Times«: »Dear Los An­ge­les«, hieß es dort, »you'­re wel­co­me.«

Der Unbeirrbare

• Er denkt nicht im Traum dar­an, sei­nen Na­men zu än­dern. Der ge­hö­re zu sei­ner Iden­ti­tät. Sei­ne Kunst, so glaubt Pa­blo Dy­lan, 23, En­kel ei­nes der be­kann­tes­ten Mu­si­ker des Pla­ne­ten, wer­de frü­her oder spä­ter für sich selbst spre­chen. Dass sei­ne Kunst wie die des be­rühm­ten Groß­va­ters Bob Dy­lan die Mu­sik ist, stellt an­schei­nend nur für Pa­blos Um­welt ein Pro­blem dar. Als 15-Jäh­ri­ger such­te Pa­blo Dy­lan zum ers­ten Mal die Öffent­lich­keit, in­dem er Rap-Songs im In­ter­net pos­te­te. Die Re­ak­tio­nen wa­ren ziem­lich de­sas­trös, so­gar der Tod wur­de ihm ge­wünscht. Das sei für ihn als Teen­ager hart ge­we­sen, sag­te der jun­ge Dy­lan jetzt dem US-»Rol­ling Sto­ne«, aber nun la­che er über die fie­sen Kom­men­ta­re von da­mals – und sei men­tal sehr ge­stärkt. Bis­her ar­bei­te­te Dy­lan vor al­lem als Mu­sik­pro­du­zent, nun hat er ein Mi­ni­al­bum mit Folk-Rock­mu­sik her­aus­ge­bracht: »The Fi­nest Som­mer­sault«. Im Som­mer will er ein voll­stän­di­ges Al­bum prä­sen­tie­ren und mög­lichst eine gro­ße USA-Tour star­ten.

Bitterer Triumph

• Sie schrieb über Gier, Sex und Neid, über The­men, die es in Chi­nas »har­mo­ni­scher Ge­sell­schaft« an­geb­lich gar nicht gibt. Das wur­de der So­cie­ty-Blog­ge­rin Ma Ling, 42, nun zum Ver­häng­nis. Alle Ac­counts von Mi­meng – so ihr In­ter­net­na­me – sind der Zen­sur zum Op­fer ge­fal­len, zum Ent­set­zen ih­rer 16 Mil­lio­nen Fol­lo­wer und zur Ge­nug­tu­ung ih­rer Kri­ti­ker. Mit ih­ren rei­ße­ri­schen Über­schrif­ten (»Ich lie­be Geld, das stimmt«) hat­te Ma un­ter Chi­nas Auf­stei­gern ei­nen Nerv ge­trof­fen, ihre vul­gä­re Spra­che (»Nimm dei­nen Por­sche-Schlüs­sel und schmeiß ihn der dum­men F... ins Ge­sicht!«) und ihr Chau­vi­nis­mus aber stie­ßen vie­le ab. Der Post, der sie zu Fall brach­te, war ein Text über ei­nen be­gab­ten jun­gen Mann, der schwer er­krank­te, sich aber sei­ne Krebs­the­ra­pie nicht leis­ten konn­te und schließ­lich starb. Die Ge­schich­te war teil­wei­se er­fun­den – vor al­lem aber war sie der Par­tei zu »ne­ga­tiv«. Ma ent­schul­dig­te sich und schwor, künf­tig mehr Po­si­ti­ves zu ver­brei­ten. Zu spät: Ein so­zia­les Netz­werk nach dem an­de­ren ver­bann­te sie. Die Nach­richt, dass sie auch Chi­nas größ­ten Kurz­nach­rich­ten­dienst ver­las­sen muss­te, wur­de zu ih­rem letz­ten, bit­te­ren Tri­umph: Mehr als 200 Mil­lio­nen Men­schen la­sen den Hash­tag #Mi­men­g­Lösch­tIh­ren­Wei­boAc­coun­t­Au­fUn­be­stimm­te­Zeit. Seit­her ist nichts mehr von ihr zu hö­ren.

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