»Jeden Tag Provoka­tionen«

Georgien  Präsidentin Salome Surabischwili über Putin, den Drang ihres Landes in die EU – und darüber, wie sie als Französin Staatsoberhaupt im Kaukasus wurde

Po­li­ti­ke­rin Sura­bi­schwi­li: »Russ­land kann uns nicht än­dern«

Es ist eine un­ge­wöhn­li­che Kar­rie­re, die Sa­lo­me Sura­bi­schwi­li, 67, ins höchs­te Amt Ge­or­gi­ens ge­führt hat. Ge­bo­ren ist sie in Pa­ris, ihre Vor­fah­ren wa­ren in den Zwan­zi­ger­jah­ren aus der Kau­ka­sus­re­pu­blik nach Frank­reich ge­flo­hen, um der So­wjet­macht zu ent­ge­hen. Sie wur­de zu ei­ner fran­zö­si­schen Kar­rie­re­di­plo­ma­tin, schließ­lich Bot­schaf­te­rin Frank­reichs in Tif­lis – und das im Win­ter 2003, als eine pro­west­li­che »Ro­sen­re­vo­lu­ti­on« den da­ma­li­gen Prä­si­den­ten Edu­ard Sche­ward­nad­se aus dem Amt jag­te. De­ren An­füh­rer, Micheil Saa­ka­schwi­li, mach­te als neu­er Prä­si­dent Sura­bi­schwi­li zur Au­ßen­mi­nis­te­rin – im Schnell­ver­fah­ren ver­half ihr das Par­la­ment zu ei­nem ge­or­gi­schen Pass. Die Auf­bruch­stim­mung war bald vor­bei, Saa­ka­schwi­li feu­er­te die Mi­nis­te­rin. Zur Über­ra­schung vie­ler Ge­or­gi­er ent­schied sie sich ge­gen die Rück­kehr nach Pa­ris und wech­sel­te zur Op­po­si­ti­on. 2018 ver­zich­te­te sie auf ih­ren fran­zö­si­schen Pass, um sich für das Prä­si­den­ten­amt auf­stel­len zu las­sen – und ge­wann mit knap­pem Re­sul­tat. Ihr Amt ist nach ei­ner Ver­fas­sungs­än­de­rung eher sym­bo­li­scher Na­tur. Auf ihr Ge­halt hat Sura­bi­schwi­li ver­zich­tet – Ge­or­gi­ens neu­es Staats­ober­haupt lebt von ei­ner fran­zö­si­schen Di­plo­ma­ten­pen­si­on.

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