Das Wunder von Bert

Filmkritik   »Trautmann« erzählt, wie ein Deutscher in England zum Fußballstar wird.

Wer das Me­lo­dra­ma sucht, so hat der Hol­ly­wood­re­gis­seur Dou­glas Sirk ge­sagt, der soll­te eine mensch­li­che Ko­mö­die mit eher ar­men, durch­schnitt­li­chen Hel­den er­zäh­len. Der Film »Traut­mann« zeigt nun ei­nen sol­chen jun­gen Mann – und be­schwört eine Fuß­ball­le­gen­de, die sich tat­säch­lich zu­ge­tra­gen hat: Der Film schil­dert die Le­bens­ge­schich­te des Tor­warts Bert Traut­mann (ge­spielt von Da­vid Kross). Der wuchs in Bre­men auf, zog als 17-Jäh­ri­ger frei­wil­lig in den Zwei­ten Welt­krieg und brach­te es als Fall­schirm­jä­ger zu di­ver­sen mi­li­tä­ri­schen Aus­zeich­nun­gen. Kurz vor der Ka­pi­tu­la­ti­on der Deut­schen nah­men die Al­li­ier­ten Traut­mann ge­fan­gen, beim Ki­cken in ei­nem bri­ti­schen Ge­fan­ge­nen­la­ger wur­de sein Tor­hü­ter­ta­lent ent­deckt. Von 1949 an stand der Deut­sche in mehr als 500 Spie­len im Tor von Man­ches­ter City. »Traut the Kraut« nann­ten sie Traut­mann in Groß­bri­tan­ni­en; nach sei­nem Ab­schieds­spiel im Jahr 1964 mon­tier­ten die Fans auf dem Spiel­feld an der Mai­ne Road an­geb­lich die Tor­pfos­ten ab – weil nie wie­der ein an­de­rer zwi­schen ih­nen ste­hen soll­te.

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