Nils Mink­mar Zur Zeit

Kos­tüm­kor­rekt­heit

Ein­mal ging un­ser Sohn als ver­deck­ter Cow­boy zu ei­nem Kar­ne­vals­fest in den Kin­der­gar­ten. Ihm war das Kos­tüm zu al­bern, aber das schö­ne Kunst­stoff­ge­wehr mit Me­tall­ab­zug moch­te er. Ich hat­te als Kind das glei­che ge­habt und teil­te sei­ne Be­geis­te­rung. We­ni­ger be­geis­tert war ich von der neu­en Re­ge­lung in dem Kin­der­gar­ten, nach der Spiel­zeug­waf­fen am Ro­sen­mon­tag, nicht aber am Fa­schings­diens­tag er­laubt wa­ren. Und ge­nau da hat­ten wir das schwar­ze Ge­wehr da­bei. Ich muss­te es also wie­der mit­neh­men. Lei­der hat­te ich vor, mich an­schlie­ßend in die Re­dak­ti­on zu be­ge­ben, die an je­nem Tag den Be­such des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters er­war­te­te. Da wäre ich mit ei­ner Spiel­zeug­knar­re un­term Man­tel si­cher an­ge­nehm auf­ge­fal­len. Ich fuhr also erst zu­rück nach Hau­se, wo mei­ne Frau und Toch­ter ei­nen frei­en Tag ge­nos­sen. Als ich dort im An­zug mit Plas­tik­ge­wehr und ziem­lich ge­nervt wie­der auf­kreuz­te, über­kam sie ein Lach­an­fall, und mein Le­ben glich, fand ich, ei­ner Zeich­nung von Sem­pé.

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