Per­so­na­lien

Mama zuerst

• Was ist das Ge­heim­nis ei­ner län­ger als 30 Jah­re an­dau­ern­den Kar­rie­re in der schnell­le­bi­gen Mo­de­bran­che? Für das ewi­ge Su­per­mo­del Cin­dy Cra­w­ford, 53, liegt es vor al­lem in der in­ne­ren Ein­stel­lung: Sie ma­che nur Sa­chen, die sie in­ter­es­sant fin­de, sag­te sie dem On­line­mo­de­ma­ga­zin Por­ter. Sie habe Spaß, und das kom­me gut an bei ih­rem Pu­bli­kum. Auch ihre Selbst­ein­schät­zung habe ihr ge­hol­fen, so lan­ge im Ge­schäft zu blei­ben: »Ich glau­be, ich habe er­kannt, was ich als Mar­ke ver­kör­pe­re.« Die Mar­ke Cin­dy Cra­w­ford sei »sehr ame­ri­ka­nisch, sexy, aber nah­bar«. Ent­spre­chend habe sie ihre Jobs aus­ge­wählt. Eine wei­te­re Ei­gen­schaft könn­te ih­ren Er­folg be­för­dert ha­ben: eine ge­sun­de Por­ti­on Ego­is­mus. Wenn sie je­man­den auf ein Ma­ga­zin­co­ver brin­gen könn­te, dann wäre sie das selbst, sag­te sie – und nicht ihre Toch­ter, wie man­che Leu­te neu­er­dings be­haup­ten wür­den. Die 17-jäh­ri­ge Kaia habe na­tür­lich Vor­tei­le, weil sie die Toch­ter von Cin­dy Cra­w­ford sei, doch sie be­nö­ti­ge die­se Art Un­ter­stüt­zung gar nicht. Und: »Wenn ich je­man­den in eine Mo­den­schau brin­gen könn­te, wür­de ich das für mich selbst tun.«

1967

Kompass für Helden

• In sei­nen letz­ten Le­bens­jah­ren blieb er auf Un­ter­stüt­zung von Ho­lo­cau­st­über­le­ben­den an­ge­wie­sen, in sei­ner Hei­mat be­kam er kei­ne Hil­fe: Os­kar Schind­ler ver­starb 1974 in Hil­des­heim, arm und un­be­ach­tet. Erst der Ste­ven-Spiel­berg-Film »Schind­lers Lis­te« mach­te ihn in Deutsch­land zum Hel­den, den Mann, der ge­mein­sam mit sei­ner Frau Emi­lie wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs 1200 jü­di­sche Zwangs­ar­bei­ter vor der Er­mor­dung durch die Na­zis ge­ret­tet hat­te. Ver­gan­ge­nen Don­ners­tag wur­den ei­ni­ge per­sön­li­che Din­ge aus Schind­lers Nach­lass bei dem ame­ri­ka­ni­schen Auk­ti­ons­haus RR Auc­tion ver­stei­gert, dar­un­ter ein Kom­pass, der Emi­lie und Os­kar Schind­ler 1945 den Weg in die von US-Sol­da­ten be­frei­ten Ge­bie­te ge­wie­sen ha­ben soll – auf der Flucht vor so­wje­ti­schen Trup­pen. Zu den Me­mo­ra­bi­li­en ge­hö­ren auch eine Arm­band­uhr, zwei Füll­fe­der­hal­ter der Mar­ke Par­ker und eine höl­zer­ne Vi­si­ten­kar­te. Die Ge­gen­stän­de wur­den als Pa­ket für 2500 Dol­lar an­ge­bo­ten, das letz­te Ge­bot be­trug 46 303 Dol­lar. Bis­her wa­ren die Sa­chen im Be­sitz ei­nes deut­schen Samm­lers. Wer fort­an den Er­in­ne­rungs­schatz hü­tet, ist un­be­kannt.

Verbotener Schuh

• »Teu­er« sei die Ak­ti­on ge­we­sen, sagt der fran­zö­si­sche Schuh­de­si­gner Chris­ti­an Lou­bou­tin, 55, über die Re­no­vie­rung des Pa­lais de la Por­te Dorée, die maß­geb­lich von ihm fi­nan­ziert wur­de. Wie viel ge­nau die In­stand­set­zung des Art-déco-Bau­werks ge­kos­tet hat, will er nicht sa­gen. Das Pa­lais wur­de für die Pa­ri­ser Ko­lo­ni­al­aus­stel­lung 1931 ge­baut, lan­ge Zeit konn­te dort in­di­ge­ne Kunst aus Afri­ka und Ozea­ni­en be­trach­tet wer­den, heu­te be­her­bergt es ein Mu­se­um zum The­ma Im­mi­gra­ti­on, im Kel­ler­ge­schoss be­fin­det sich nach wie vor ein rie­si­ges Aqua­ri­um mit tro­pi­schen Fi­schen. Fres­ken, Par­kett­bö­den, Mo­sai­ken, Mö­bel und auch die Au­ßen­fas­sa­de konn­ten nun dank Lou­bou­tins Geld ge­rei­nigt und re­stau­riert wer­den. Der De­si­gner, der durch sei­ne ex­tra­va­gan­ten High Heels mit ro­ter Soh­le zum Mul­ti­mil­lio­när ge­wor­den ist, hat ein in­ni­ges Ver­hält­nis zu dem Ge­bäu­de, es ist ihm seit sei­ner Kind­heit ver­traut. Stun­den­lang ver­weil­te er dort und konn­te sich nicht satt­se­hen an den exo­ti­schen De­kors. Be­son­ders fas­zi­nier­te ihn je­doch ein Schild, das am Ein­gang der ova­len Aus­stel­lungs­räu­me hing: Ein hoch­ha­cki­ger Schuh, durch­ge­stri­chen, war dort ab­ge­bil­det. Frau­en mit Pfen­ni­gab­sät­zen war der Zu­gang ver­wehrt, um das Par­kett zu schüt­zen. Die Le­gen­de will, dass die­ser Schuh den klei­nen Chris­ti­an in­spi­rier­te.

Polizei gegen Trolle

• Die bri­ti­schen Her­zo­gin­nen Kate, 37, und Meg­han, 37, sind in den so­zia­len Me­di­en der Royals zum Teil übels­ten Be­schimp­fun­gen, so­gar Dro­hun­gen aus­ge­setzt. Die kö­nig­li­che Fa­mi­lie ver­öf­fent­lich­te des­we­gen jetzt neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­richt­li­ni­en, die Trol­le ab­schre­cken sol­len. In Zu­kunft, so heißt es, wür­den Hass­kom­men­ta­re nicht nur schlicht ge­löscht, son­dern un­ter Um­stän­den auch bei der Po­li­zei zur An­zei­ge ge­bracht. Die Ri­va­li­tät, die den Frau­en un­ter­stellt wird, be­feu­ert of­fen­sicht­lich die In­ter­net­kom­men­ta­to­ren, zwi­schen Team Meg­han und Team Kate geht es of­fen­bar be­son­ders hart zu. Vor Wo­chen war be­kannt ge­wor­den, dass die Me­di­en­be­auf­trag­ten der Royals jede Wo­che stun­den­lang da­mit be­schäf­tigt sind, pro­ble­ma­ti­sche Kom­men­ta­re zu ma­na­gen. Kate und Meg­han sind nicht die ein­zi­gen Mit­glie­der der kö­nig­li­chen Fa­mi­lie, die ver­let­zen­den per­sön­li­chen An­grif­fen aus­ge­setzt sind: Prinz Charles und Ca­mil­la lei­den eben­falls un­ter Trol­len.

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