Die Mumie und das Volk

Algerien  Hunderttausende demonstrieren gegen eine erneute Amtszeit von Dauerpräsident Abdelaziz Bouteflika. Das algerische Regime wankt – und Europas Regierungen sorgen sich um einen wichtigen Partner im Kampf gegen illegale Migration und Terrorismus.

Pro­tes­tie­ren­de in Al­gier: »Ich bin 20 Jah­re alt, ich wur­de 1999 ge­bo­ren, und ich ken­ne nie­mand an­ders als Bou­te­fli­ka«

Der preis­ge­krön­te al­ge­ri­sche Schrift­stel­ler Ka­mel Daoud ist ei­gent­lich ein ru­hi­ger Be­ob­ach­ter sei­nes Lan­des. Doch auch ihm ist die Auf­re­gung die­ser Wo­chen an­zu­hö­ren. »Ich habe noch nie so vie­le Men­schen auf der Stra­ße ge­se­hen – sie ka­men aus al­len Schich­ten. Jun­ge, Alte, Fa­mi­li­en«, be­rich­tet er am Te­le­fon. »Die Älte­ren sa­gen mir, dass sie zu­letzt 1962 so vie­le Men­schen ge­se­hen hät­ten – als Al­ge­ri­ens Un­ab­hän­gig­keit ge­fei­ert wur­de.« Die Stim­mung sei aus­ge­las­sen, die Al­ge­ri­er wirk­ten wie be­freit. Daoud de­mons­triert seit dem 22. Fe­bru­ar je­den Frei­tag da­ge­gen, dass Dau­er­prä­si­dent Ab­de­la­ziz Bou­te­fli­ka im Amt bleibt.

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