Ber­liner Schweigen

Leitartikel  Es sind entscheidende Monate für Europa. Doch wo ist die deutsche Außenpolitik?

Wie wer­den His­to­ri­ker ein­mal auf die­se Jah­re zu­rück­bli­cken? Auf Deutsch­land und sei­ne Rol­le in Eu­ro­pa, in der Welt? Gut mög­lich, dass un­se­re Zeit dann als die Jah­re er­scheint, in de­nen Deutsch­land Eu­ro­pa ver­pass­te. Weil die Kanz­le­rin am Ende ih­rer vier­ten Amts­zeit nicht mehr die Kraft hat­te, die his­to­ri­sche Chan­ce zu nut­zen, die ein eu­ro­pa­be­geis­ter­ter Em­ma­nu­el Ma­cron bot. Weil ihr so­zi­al­de­mo­kra­ti­scher Ko­ali­ti­ons­part­ner, von Exis­tenz­angst ge­lähmt, gar kei­ne au­ßen­po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen mehr ent­wi­ckel­te. Weil die Deut­schen, wie der His­to­ri­ker Ti­mo­thy Gar­ton Ash im ver­gan­ge­nen Jahr dem SPIEGEL sag­te, »den Ernst der Stun­de« nicht be­grif­fen hät­ten. Man wird das al­les er­klä­ren kön­nen, aber es wird kaum et­was am Ur­teil der His­to­ri­ker än­dern: dass Deutsch­land in je­nen Jah­ren, die über das Schick­sal Eu­ro­pas ent­schie­den, kei­ne Au­ßen­po­li­tik hat­te und erst recht kei­ne mu­ti­ge Au­ßen­po­li­tik. Un­ter ei­nem Duo Mer­kel / Scholz wäre der Euro wohl nie­mals ein­ge­führt wor­den.

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