»Lesbisch? Feminis­tisch? Intellek­tuell ist viel schlimmer«

FERNSEHEN  Das Leben ist voll seltsamer Männer, anstrengender Frauen, Haupt- und Nebenwidersprüche und roter Teppiche, die man überwinden muss. Maren Kroymann macht Satire daraus.

Die Sän­ge­rin, Ka­ba­ret­tis­tin, Schau­spie­le­rin Ma­ren Kroy­mann sitzt in ei­nem Park in Ber­lin-Char­lot­ten­burg und re­det spru­delnd drei­spra­chig, Hoch­deutsch, Schwä­bisch, Ber­li­ne­risch. Sie ist 69 Jah­re alt, was man ihr nicht an­sieht, was sie aber nicht ver­schweigt: »In my Six­ties« heißt dop­pel­deu­tig ihr ak­tu­el­les Büh­nen­pro­gramm. Ins Fern­se­hen kam sie 1988 mit »Oh Gott, Herr Pfar­rer«, ei­ner Se­rie, die Kroy­mann be­kannt mach­te und Pie­tis­ten er­schüt­ter­te: un­er­hört, dass sie als schwä­bi­sche Pfar­rers­frau den Pfar­rer di­rekt nach der Be­er­di­gung zum Sex emp­fing. Fünf Jah­re spä­ter ou­te­te sie sich als les­bisch – und da war erst mal Schluss mit ro­man­ti­schen Fern­seh­ko­mö­di­en. Als »Nacht­schwes­ter Kroy­mann« durf­te sie noch ein paar Jah­re be­wei­sen, dass durch­aus Frau­en mit Hu­mor exis­tie­ren, de­nen man eine ei­ge­ne Sen­dung an­ver­trau­en kann. 1997 war das vor­bei, da­nach war Pau­se, jah­re­lang. Jetzt, mit Ver­spä­tung, er­scheint die »Nacht­schwes­ter« als DVD. Jetzt hat sie auch wie­der eine ei­ge­ne Sa­ti­re­sen­dung: Schlicht »Kroy­mann« heißt die neue Se­rie, mit der sie die­ses Jahr im März ei­nen Grim­me-Preis ge­wann. Die nächs­ten Fol­gen lau­fen am 8. No­vem­ber und 6. De­zem­ber im Ers­ten. Kroy­manns Ab­sicht: böse sein. Zu al­len.

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