»Und als dramati­scher Höhepunkt: die Vergewal­tigung. So was sehen wir ständig«

THEATER  Wenn nackte Frauen kreischend über die Bühne laufen – ist das dann aufrüttelnde Kunst? Ihr reiche das nicht, sagt die Nachwuchsregisseurin Josephine Witt.

Re­gie­stu­den­tin Witt (u.), Kom­mi­li­to­nin­nen an der Ernst-Busch-Schu­le Lässt sich auf der Büh­ne ein ma­tri­ar­cha­les Ge­sell­schafts­bild er­leb­bar ma­chen?

Es sit­zen in den Re­gie­klas­sen heu­te mehr Frau­en als Män­ner, aber auf der Büh­ne zu se­hen ist Män­ner­werk. Nur 22 Pro­zent der Stü­cke an den gro­ßen Thea­tern wer­den von Re­gis­seu­rin­nen in­sze­niert. Wie kann sich das än­dern? Wenn jun­ge Fe­mi­nis­tin­nen die Büh­ne be­tre­ten? Jo­se­phi­ne Witt, 25, stu­dier­te Phi­lo­so­phie in Ham­burg, wur­de Ak­ti­vis­tin bei der Frau­en­rechts­grup­pe Fe­men und setz­te dann auf selbst­stän­di­ge Pro­test­ak­tio­nen. Das Wort »Pa­tri­ar­chat« kommt ihr leich­ter über die Lip­pen als manch an­de­rem ein »Hal­lo«. Ins Café im Prenz­lau­er Berg kommt sie di­rekt aus der Ernst-Busch-Schu­le. Dort, an der re­nom­mier­ten Aus­bil­dungs­stät­te für Schau­spiel und Re­gie, hat sie im Sep­tem­ber 2017 an­ge­fan­gen zu stu­die­ren, zu­sam­men mit fünf wei­te­ren Frau­en – das ers­te Mal in der Ge­schich­te des Stu­di­en­gangs ist es eine rein weib­li­che Klas­se.

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