»Wenn ein Mann dich ein wenig vulgär anmacht – na und?«

FREIGEISTER  Sie stammt aus Deutschland, lebt in Frankreich, plädiert für das Recht, belästigt zu werden. Die Sängerin Ingrid Caven fürchtet, dass ein neuer Puritanismus droht.

Künst­le­rin Ca­ven in Pa­ris»Ich bin für mehr Of­fen­heit und we­ni­ger Pa­ra­noia«

Eine Ho­tel­lob­by am vor­neh­men Bou­le­vard Saint-Ger­main, drau­ßen herrscht die flir­ren­de Pa­ri­ser Hit­ze. Drin­nen ist es an­ge­nehm düs­ter und kühl, In­grid Ca­ven, 80, sitzt in ei­nem nied­ri­gen Ses­sel­chen und trinkt Evi­an. Eine Sän­ge­rin und Schau­spie­le­rin aus Deutsch­land, die seit Jahr­zehn­ten in Pa­ris lebt; eine Künst­le­rin, die ihre Er­fah­run­gen und Ein­sich­ten ge­sam­melt hat über bei­de Län­der, über bei­de Ge­schlech­ter – auch über sehr spe­zi­el­le Men­schen wie den deut­schen Re­gis­seur Rai­ner Wer­ner Fass­bin­der, mit dem sie nicht nur ge­ar­bei­tet hat, son­dern auch ver­hei­ra­tet war. In die­sen Ta­gen taucht ihr Name im Zu­sam­men­hang mit der #Me­Too-De­bat­te auf – sie hat ei­nen kri­ti­schen Auf­ruf un­ter­schrie­ben, klagt zu­sam­men mit Ca­the­ri­ne De­neuve und 99 an­de­ren Frau­en das Recht ein, be­läs­tigt zu wer­den. Sie trinkt ihr Was­ser und lacht manch­mal keh­lig. Im Hin­ter­grund singt Amy Wi­ne­hou­se von der Lie­be und da­von, dass die­se ein »lo­sing game« sei.

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