Briefe

Unausge­wogen

Nr. 40/2017  Leserbriefe: Kritik an der Auswahl

Es mag Zu­fall sein oder Ab­sicht. Es mag nur beim SPIEGEL so sein oder auch bei an­de­ren Print­me­di­en. Aber: Das Ge­schlech­ter­ver­hält­nis der Le­ser­brief­ver­fas­ser ist ex­trem un­aus­ge­wo­gen. Seit mir dies zum ers­ten Mal auf­ge­fal­len ist, zäh­le ich in­zwi­schen bei je­der Aus­ga­be die Zahl der Zu­schrif­ten von Män­nern und Frau­en. Nie war es mehr als ein Drit­tel Frau­en.

Waffe gegen Belästigung

Nr. 43/2017  Sexismus: Die #MeToo-Bewegung in sozialen Medien befeuert eine längst überfällige Debatte über das Verhältnis von Männern und Frauen; Interview mit der Journalistin Laura Himmelreich über die #aufschreiDebatte und die Folgen

Das ist doch nicht neu! Jede be­ruf­li­che und nicht be­ruf­li­che Kar­rie­re wird in ir­gend­ei­ner Form durch »Se­xis­mus« be­ein­flusst. Die bes­te Waf­fe ge­gen se­xu­el­le Be­läs­ti­gung am Ar­beits­platz wäre die ver­bind­li­che Ein­füh­rung der Quo­te, in al­len Be­ru­fen und auf al­len hier­ar­chi­schen Ebe­nen. Wir wa­ren schon ein­mal deut­lich wei­ter in Be­zug auf die Gleich­be­rech­ti­gung, da­bei muss man sich nur die ak­tu­el­le Ge­schlech­ter­ver­tei­lung im neu ge­wähl­ten Bun­des­tag an­schau­en. Da­für sind nicht die Wäh­ler ver­ant­wort­lich, son­dern der Macht­ap­pa­rat der Par­tei­en. Auch da­durch wird der Se­xis­mus wei­ter be­feu­ert wer­den. Scha­de, für mei­ne Kin­der hät­te ich mir ge­wünscht, dass sie es in Be­zug auf ihre Kar­rie­re leich­ter ha­ben wer­den als mei­ne Ba­by­boo­mer-Ge­ne­ra­ti­on.

Bitte differen­zieren

Nr. 44/2017  Debatten: Jochen Gutsch über die Frage: Was genau ist eigentlich Sexismus?

Ich kann Herrn Gutsch nur zu­stim­men. Se­xis­mus soll­te dif­fe­ren­ziert be­han­delt wer­den.

Lehrerinnen, Chefinnen

Nr. 22/2018  Bildung: Schulleiter arbeiten viel und verdienen wenig – wie die Länder versuchen, trotzdem mehr Lehrer in den Job zu locken

Wenn – wie die Über­schrift des Ar­ti­kels sug­ge­riert – »Chefs ge­sucht« wer­den für die Lei­tung von Grund­schu­len, wird die Su­che wahr­lich schwie­rig! Schon vor fünf Jah­ren wa­ren 100 Pro­zent der Lehr­per­so­nen an der Grund­schu­le in un­se­rem Stadt­teil (da­mals die größ­te Grund­schu­le Ba­den-Würt­tem­bergs) Frau­en – also Leh­re­rin­nen. Be­mer­kens­wert fin­de ich es, dass die zwei Au­to­rin­nen und der Au­tor des Ar­ti­kels die­se Ver­hält­nis­se aus­blen­den und kon­se­quent auf eine ge­schlech­ter­ge­rech­te Spra­che ver­zich­ten.

Friedli­chere Frauen?

Nr. 23/2018  Geschlechterrollen: Die Suche nach einem neuen Männerbild

Was wäre, wenn Frau­en die Mehr­heit der Re­gie­rungs­rie­gen bil­den wür­den? Wäre die Welt fried­li­cher? Viel­leicht. Wäre sie un­ver­än­dert chao­tisch? Viel­leicht. Was wäre, wenn See­ho­fers In­nen­mi­nis­te­ri­um nur aus Frau­en und ei­nem ein­zi­gen Mann be­stün­de? Hät­ten die Leu­te die­se Tat­sa­che als Fort­schritt ge­fei­ert? Viel­leicht. Hät­ten sie die Ho­mo­ge­ni­tät als se­xis­tisch kri­ti­siert? Viel­leicht. Lasst es uns doch ein­fach tes­ten, dann wis­sen wir mehr.

Mehrwert der Handtasche

Nr. 29/2018  Karrieren: Die junge Staatssekretärin Sawsan Chebli gerät zwischen die Fronten des Nahostkonflikts

Ab­ge­se­hen von der Ur­krank­heit, dass bei Frau­en­por­träts das Äuße­re im­mer noch eine phä­no­me­na­le Wich­tig­keit hat. War­um muss man das be­schrei­ben? Was hat die »teu­re Hand­ta­sche« für ei­nen Mehr­wert bei die­ser Ge­schich­te? Mich in­ter­es­siert, was sie sagt und tut und er­lebt hat. Nicht, wel­ches Kleid sie trägt.

Bösewichte sind männlich

Nr. 44/2017  Debatte: Was genau ist eigentlich Sexismus?

Wäh­rend po­si­ti­ve Rol­len pe­ni­bel als weib­lich/​männ­lich (Rich­te­rin­nen und Rich­ter, Ärz­tin­nen und Ärzte) auf­ge­führt wer­den, wer­den ge­nau­so kon­se­quent ne­ga­ti­ve Ak­ti­vi­tä­ten aus­schließ­lich Män­nern zu­ge­ord­net. Die Bö­se­wich­te sind männ­lich.

Mehr Selbstbe­wusstsein

Nr. 43/2017  Sexismus: Die #MeToo-Bewegung in sozialen Medien befeuert eine längst überfällige Debatte über das Verhältnis von Männern und Frauen

Ich kann nicht ver­ste­hen, dass alle Bei­trä­ge die­sel­be un­kri­ti­sche Aus­sa­ge ma­chen: »Die Män­ner sind schuld.« Was ich in der Pra­xis sehe: Män­ner, die von Frau­en se­xu­ell be­läs­tigt, und Ehe­män­ner, die von ih­ren Frau­en zum Sex ge­zwun­gen wer­den.

Väter am Pranger

Nr. 32/2018  Kriminalität: Die Taten von Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, bleiben oft unentdeckt

Die Stu­di­en über die Tä­ter­rol­len von Frau­en und Müt­tern sind nicht neu, auch die ge­walt­vol­le Rol­le von Frau­en bei häus­li­cher Ge­walt ist gut er­forscht. Es ist das Ver­dienst Ih­rer Au­to­rin, die­ses in der Fach­welt bes­tens ge­hü­te­te Ge­heim­nis ans Ta­ges­licht ge­zerrt zu ha­ben. Im Fa­mi­li­en­recht ge­nau das­sel­be: Un­ent­wegt ste­hen ver­meint­lich »böse« Vä­ter am Pran­ger, ver­lie­ren den ih­nen auf­ge­zwun­ge­nen Kampf um die Mit­be­treu­ung der ei­ge­nen Kin­der an eine stets ma­kel­lo­se, treu sor­gen­de Mut­ter, die nur ganz al­lein am bes­ten weiß, was »ihre« Kin­der brau­chen. Der­art sys­te­ma­tisch dis­kri­mi­nier­te Vä­ter ha­ben längst das Ver­trau­en in jene Jus­tiz und Po­li­tik ver­lo­ren.

Sexismus im Kleinen

Nr. 19/2018  Gesellschaftsmodelle: Ist der Kapitalismus reformierbar?

Die drei Män­ner wer­den mit ih­ren be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen vor­ge­stellt, die bei­den Frau­en, Jour­na­lis­tin be­zie­hungs­wei­se Öko­no­min, wer­den auf dif­fu­se Tä­tig­kei­ten re­du­ziert. Das ist Se­xis­mus im Klei­nen.

Mann ist ..

Nr. 23/2018  Geschlechterrollen: Die Suche nach einem neuen Männerbild

Mann ist, der auf die Rei­ze der Frau­en an­spricht. Punkt.

Die Re­dak­ti­on be­hält sich vor, Le­ser­brie­fe (le­ser­brie­fe@spiegel.de) ge­kürzt so­wie di­gi­tal zu ver­öf­fent­li­chen und un­ter www.spiegel.de zu ar­chi­vie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 54/2018.