Familiäres Chaos

Zeitgeschichte  Bundeskanzler Willy Brandt, unehelich geboren, hat seinen Vater nie kennengelernt. Nun ist seine Vormundschaftsakte aufgetaucht.

Mut­ter Kuhl­mann, Sohn Brandt 1961 »Un­be­haus­te Ju­gend«

Am 7. Fe­bru­ar 1947 schrieb Mar­tha Kuhl­mann, ge­bo­re­ne Frahm, ei­nen Brief aus Lü­beck an ih­ren Sohn Her­bert nach Ber­lin. Der 33-jäh­ri­ge So­zi­al­de­mo­krat war einst vor den Na­zis nach Skan­di­na­vi­en ge­flo­hen und dort Nor­we­ger ge­wor­den. Sei­nen Deck­na­men Wil­ly Brandt hat­te er da­nach be­hal­ten. Jetzt ar­bei­te­te er als Pres­se­at­taché für die nor­we­gi­sche Mi­li­tär­mis­si­on in der ge­teil­ten Stadt. Mut­ter Mar­tha be­rich­te­te ihm von der Fa­mi­lie, klag­te über die Koh­len­zu­tei­lung und kam dann auf das Wich­tigs­te zu spre­chen: »Lie­ber Her­bert, der Name dei­nes Va­ters ist John Möl­ler, er wohn­te im­mer in Ham­burg, ... ob er noch lebt, weiß ich nicht, kannst dir ja viel­leicht mal er­kun­di­gen!«

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