Emotionales Erbe

Psychologie  Wie die deutsche Geschichte, wie Weltereignisse und Katastrophen unsere Familiengeschichten prägen.
Von Maren Keller

Vor­fahr Drex­ler 1939 und 1961: Sei­ner Toch­ter nur ein ein­zi­ges Mal von sei­nem Schick­sal er­zählt

Buda­pest, wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs. Ro­bert, von al­len nur Roby ge­nannt, lieb­te die Mu­sik und konn­te au­ßer­ge­wöhn­lich gut sin­gen. Ein­mal war er für ro­man­ti­sche Post­kar­ten fo­to­gra­fiert wor­den. Und in ei­nem Spiel­film hat­te er auf ei­nem Flü­gel ge­tanzt. Sei­ne Mut­ter war Ka­tho­li­kin, der Va­ter, ur­sprüng­lich Jude, war zum Ka­tho­li­zis­mus kon­ver­tiert. Bei­de wa­ren So­zi­al­de­mo­kra­ten. 21 Jah­re war Roby alt, als er zur Flak ein­be­ru­fen wur­de, aber das war nicht das Schlimms­te. Das Schlimms­te, so er­zählt es sei­ne Toch­ter Ka­tha­ri­na heu­te, sei auch nicht ge­we­sen, dass er un­ter­tau­chen muss­te mit ge­fälsch­ten Pa­pie­ren, nach­dem er 1944 de­ser­tiert war. Das Schlimms­te war nicht, dass er ge­mein­sam mit dem bes­ten Freund bei ei­ner Raz­zia in Bu­da­pest ent­deckt wur­de. Das Schlimms­te wa­ren nicht die drei Tage Fol­ter, nicht die Ver­hö­re.

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