Schei­tert Macron, schei­tert Europa

Essay  Der französische Präsident hat Fehler gemacht. Aber die Demontage Macrons schadet auch uns. Deshalb sollte Deutschland ihn unterstützen.
Von Henrik Enderlein

Max We­ber be­schrieb ein­mal die zwei gro­ßen Trei­ber re­vo­lu­tio­nä­rer Macht: Cha­ris­ma und Ra­tio. Cha­ris­ma stützt sich auf Be­geis­te­rung, Ra­tio auf In­tel­lek­tua­li­sie­rung. Vor die­ser Blau­pau­se er­scheint Em­ma­nu­el Ma­cron als der idea­le Re­vo­lu­tio­när. Er ver­eint Cha­ris­ma und In­tel­lekt wie nur we­ni­ge. Er glaubt an die Not­wen­dig­keit der Ver­än­de­rung Frank­reichs, Eu­ro­pas und der Welt. Sein Wahl­kampf­buch trägt den schlich­ten Ti­tel »Ré­vo­lu­ti­on«. Ma­cron sieht sich im bes­ten Sin­ne als Bes­ser­wis­ser. Doch ge­nau das ist auch sei­ne größ­te Schwä­che. Denn We­ber schreibt nir­gends, dass sich Cha­ris­ma und In­tel­lekt in ih­rer Kom­bi­na­ti­on ver­stärk­ten. Wer Ma­crons Be­liebt­heits­kur­ve in Frank­reich ver­folgt, be­kommt eher den Ein­druck, bei­de Fak­to­ren könn­ten sich ge­gen­sei­tig auf­he­ben. Kann ein cha­ris­ma­ti­scher Herr­scher ein Bes­ser­wis­ser sein? Hat ein Bes­ser­wis­ser Cha­ris­ma?

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