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Aus­ga­be 49/​1968
Devisen

Flucht aus dem Franc

Gerade noch hatte die bundesdeutsche Regierung geglaubt, eine Aufwertung der Mark verhindert und stattdessen eine Abwertung des Franc durchgesetzt zu haben. Doch Frankreichs Staatschef de Gaulle verweigerte die währungspolitische Kapitulation und stürzte die westliche Welt beinah in einen veritablen Währungskrieg.

Ge­ne­ral Charles de Gaul­le wich nicht zu­rück; nicht vor den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten, nicht vor der ame­ri­ka­ni­schen He­ge­mo­ni­al­macht, nicht vor re­bel­li­schen Stu­den­ten im Quar­tier La­tin und schon gar nicht vor den Fi­nanz­märk­ten. Da hat­te er sein Land müh­sam auf Sta­bi­li­täts­kurs ge­bracht, doch der Ge­ne­ral­streik vom Früh­jahr, die dar­aus re­sul­tie­ren­den Lohn­stei­ge­run­gen, vor al­lem aber die Ka­pi­tal­flucht der »Groß­bour­geoi­sen« setz­ten den Franc der­art un­ter Druck, dass eine Ab­wer­tung des fes­ten Wech­sel­kur­ses un­aus­weich­lich schien. Al­lein in den neun Ta­gen vor sei­ner Ent­schei­dung hat­ten die Fran­zo­sen vier Mil­li­ar­den Mark über die Gren­ze ge­bracht – zu­meist auf bun­des­deut­sche Ban­ken. Doch Ab­wer­tung – »das wäre die Ka­pi­tu­la­ti­on vor der Mark« ge­we­sen, be­zie­hungs­wei­se vor dem Markt.

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