Per­so­na­lien

Gottes Elektrorocker

• Der ös­ter­rei­chi­sche Schau­spie­ler Phil­ipp Hoch­mair, 45, fei­ert mit ei­ner be­herz­ten Rock-'n'-Roll-Ver­si­on der Büh­nen­mo­ri­tat »Je­der­mann« schon seit ei­ni­ger Zeit auf vie­len gro­ßen Thea­ter­büh­nen Er­fol­ge – nun er­hielt Hoch­mair den kirch­li­chen Se­gen, die ge­ra­de als Al­bum ver­öf­fent­lich­te Show »Je­der­mann Re­loa­ded« im Wie­ner Ste­phans­dom auf­zu­füh­ren. Der ös­ter­rei­chi­sche Kar­di­nal Chris­toph Schön­born hat zu­sam­men mit di­ver­sen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen Hoch­mair und sei­ne drei Mit­mu­si­kan­ten der Band Die Elek­tro­hand Got­tes zu ei­nem Be­ne­fi­z­auf­tritt am 30. No­vem­ber im Dom ein­ge­la­den. Die Ein­nah­men des im Nu aus­ver­kauf­ten Kir­chen­kon­zerts sol­len ei­nem Hos­piz für Aids­kran­ke zu­kom­men, das der Mal­te­ser­or­den in Süd­afri­ka be­treibt. Si­cher wer­de es Men­schen ge­ben, die sich an Rock­mu­sik im Ste­phans­dom stö­ren, sagt Hoch­mair, »aber ich kann nichts Ver­werf­li­ches dar­in se­hen, dass ich mich aus tie­fer Lie­be dem ›Je­der­mann‹ wid­me«. Er ver­eh­re das 1911 ur­auf­ge­führ­te Thea­ter­stück von Hugo von Hof­manns­thal, sagt der Schau­spie­ler, der ei­nem grö­ße­ren Pu­bli­kum durch die TV-Se­rie »Vor­stadt­wei­ber« be­kannt ist. Für eine Kam­pa­gne des Ver­eins Life+, die über die Ge­fah­ren ei­ner HIV-In­fek­ti­on in­for­miert, ist Hoch­mair, fo­to­gra­fiert von An­dre­as H. Bi­tes­nich, der­zeit in wil­der Pose auf vie­len Pla­kat­säu­len zu se­hen. Hoch­mair: »In Wien ist die hal­be Stadt pla­ka­tiert. Eine rich­tig gute Ak­ti­on.«

Schwerwiegend britisch

• Für das bri­ti­sche Kö­nigs­haus gab es im Jahr 2018 vie­le An­läs­se zum Fei­ern: ein Baby und die An­kün­di­gung ei­nes Ba­bys, zwei Hoch­zei­ten, ei­nen 70. Ge­burts­tag. Auch zu Weih­nach­ten bleibt die Queen of­fen­bar in Fei­er­lau­ne und hat kur­zer­hand mit ei­ner al­ten Tra­di­ti­on ge­bro­chen: Ein­ge­la­den ist näm­lich Do­ria Ragland, 62, Mut­ter von Meg­han, 37, der frisch­ge­ba­cke­nen Ehe­frau von Prinz Har­ry. Nor­ma­ler­wei­se kom­men zum kö­nig­li­chen Christ­mas Din­ner auf Schloss Sand­ring­ham nur di­rek­te Fa­mi­li­en­mit­glie­der, also Kin­der und de­ren Ehe­gat­ten, in­klu­si­ve des Nach­wuch­ses. Des­halb sind auch die El­tern von Her­zo­gin Kate noch nie bei die­sem ela­bo­rier­ten Fest­schmaus da­bei ge­we­sen. Mrs Ragland darf sich also hoch­ge­ehrt füh­len. Die Ehre ist al­ler­dings mit ei­nem äu­ßerst selt­sa­men, äu­ßerst bri­ti­schen Ri­tu­al ver­bun­den: Zu Be­ginn und am Ende des Weih­nachts­be­suchs wer­den die Teil­neh­mer ge­wo­gen. Die Sit­te hat Kö­nig Ed­ward VII. An­fang des 20. Jahr­hun­derts ein­ge­führt, um si­cher­zu­stel­len, dass alle gut ge­ges­sen ha­ben, heißt es. Wenn man be­denkt, dass in Ame­ri­ka schon um das Ge­burts­jahr ein Ge­heim­nis ge­macht wird, kann man nur hof­fen, dass die kö­nig­li­che Waa­ge nur sym­bo­lisch ein­ge­setzt wird und Do­ria Ragland nicht vor dem ver­sam­mel­ten Kö­nigs­haus ihr Ge­wicht preis­ge­ben muss.

Frau des Fortschritts

• Die Kunst­lieb­ha­be­rin Ing­vild Goetz, 77, gilt als ewi­ge Pio­nie­rin. Als eine der Ers­ten im Land sam­mel­te sie Vi­deo­kunst, als eine der Ers­ten bau­te sie ein Pri­vat­mu­se­um (und zwar in Mün­chen). Da­für be­auf­trag­te sie die da­mals eher un­be­kann­ten und heu­te welt­be­rühm­ten Ar­chi­tek­ten Her­zog & de Meu­ron. Goetz, de­ren Va­ter das Ver­sand­haus Otto grün­de­te, hat auch mit als Ers­te Künst­le­rin­nen un­ter­stützt, in ei­ner Zeit, als die Frau­en in der Kunst gern über­se­hen wur­den. Mo­men­tan ist da al­ler­dings et­was im Um­bruch, und wie­der ist die Samm­le­rin mit da­bei. Eine Ver­stei­ge­rung zu­guns­ten der Münch­ner Pi­na­ko­thek der Mo­der­ne stand in die­sem Jahr im Zei­chen der Frau­en; eine Auk­tio­na­to­rin von Chris­tie's bot am ver­gan­ge­nen Wo­chen­en­de zahl­rei­che Wer­ke von Künst­le­rin­nen an. Goetz er­warb ein Werk der Ber­li­ne­rin Kat­ja Strunz, doch ihr ist be­wusst, dass die Kunst­sze­ne nicht so fort­schritt­lich ist wie sie selbst. Dem SPIEGEL sag­te die Samm­le­rin: »Die Kunst­welt ist im­mer noch eine Män­ner­welt«, Män­ner ver­kauf­ten und kauf­ten Wer­ke von Män­nern, da­bei wer­de von Frau­en groß­ar­ti­ge Kunst ge­macht – der ihr Mu­se­um in die­sem Jahr drei Aus­stel­lun­gen ge­wid­met habe. Die letz­te be­ginnt am 6. De­zem­ber.

Alterser­scheinung

• Die Hol­ly­wood­schau­spie­le­rin Ca­the­ri­ne Zeta-Jo­nes, 49, hat ein Pro­blem mit ih­rem Va­ter: Er ist für den Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Zeta-Jo­nes hin­ge­gen, bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, in den USA le­bend, hält den Brex­it für grund­falsch. Ihr Va­ter, den sie sehr lie­be und ver­eh­re, sei im Al­ter mit sei­nen po­li­ti­schen An­sich­ten weit nach rechts ge­rückt, und auch wenn sie sei­ne Hal­tung re­spek­tie­re, dür­fe er als Be­su­cher in ih­rem Haus nicht über Po­li­tik re­den, sag­te Zeta-Jo­nes der »Sun­day Times«. Zu ih­rer Er­leich­te­rung sind ihre Kin­der sehr li­be­ral ein­ge­stellt, ge­nau wie ihr Mann, Schau­spie­ler Mi­cha­el Dou­glas, ein be­ken­nen­der De­mo­krat. Seit 18 Jah­ren sind die bei­den ver­hei­ra­tet, es habe »Hö­hen und Tie­fen« in ih­rer Ehe ge­ge­ben, im Mo­ment schei­nen sie sich aber wun­der­bar zu ver­ste­hen. Auch die 25 Jah­re Al­ters­un­ter­schied sei­en kein Pro­blem, son­dern oft An­lass für Scher­ze. Mit Blick auf ih­ren Schwie­ger­va­ter Kirk Dou­glas, der am 9. De­zem­ber 102 Jah­re alt wird, habe sie zu ih­rem Mann ge­sagt: »Dei­nen 102. Ge­burts­tag habe ich nicht ein­ge­plant. In ein paar Jah­ren müs­sen wir uns viel­leicht noch mal neu sor­tie­ren.«

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 49/2018.