Ver­ant­wor­tung »out­ge­sourct«

Kommentar Warum der Prozess gegen Kik ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur globalen Unternehmenshaftung ist.
Von Simone Salden

»Die Scheu vor Ver­ant­wor­tung ist die Krank­heit un­se­rer Zeit.« Die­ser Satz stammt von Otto von Bis­marck. Ihm ver­dankt Deutsch­land die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung, die Ende des 19. Jahr­hun­derts die Fa­brik­ar­bei­ter vor wirt­schaft­li­cher Not be­wah­ren soll­te. Die schreck­li­chen Ar­beits­un­fäl­le, die da­mals in Deutsch­land täg­lich ge­scha­hen, gibt es im­mer noch. Nicht mehr in Wolfs­burg oder Stutt­gart, son­dern in Ban­gla­desch, In­di­en oder Chi­na. Dort schuf­ten Frau­en, Män­ner und Kin­der für den deut­schen Wohl­stand. Und da­für, dass ein T-Shirt hier nur ein paar Euro kos­tet. Die Ver­ant­wor­tung für die­se Men­schen hat die Tex­til­bran­che ge­schickt »out­ge­sourct« – an Zu­lie­fe­rer in Ent­wick­lungs­län­dern. Das kön­nen sie tun, weil es noch im­mer kei­ne glo­ba­le Un­ter­neh­mens­haf­tung gibt. Die Fir­men pro­fi­tie­ren von den nied­ri­gen Pro­duk­ti­ons­kos­ten, das Ri­si­ko tra­gen an­de­re.

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