»Das Böse lauert, es windet sich, es schnappt zu, es ist schneller, als man es ihm zutrauen würde«

SPIEGEL-Gespräch  Carla Del Ponte hat als Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals von Den Haag den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević hinter Gitter gebracht. Sie glaubt, dass auch der syrische Diktator Baschar al-Assad am Ende verurteilt werden wird.

Die Schwei­zer Ju­ris­tin und frü­he­re Bun­des­an­wäl­tin Del Pon­te, 71, war von 2012 bis 2017 Mit­glied ei­ner Kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen, die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im sy­ri­schen Bür­ger­krieg un­ter­such­te. Sie brach­te viel Er­fah­rung mit, denn von 1999 bis 2007 war sie als Chef­an­klä­ge­rin des In­ter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs für das ehe­ma­li­ge Ju­go­sla­wi­en und zeit­wei­lig auch für Ru­an­da zu­stän­dig ge­we­sen. Un­ter Pro­test ver­ließ sie im ver­gan­ge­nen Jahr die Sy­ri­en-Kom­mis­si­on, da sie zu der Über­zeu­gung ge­kom­men war, dass die Uno gar kei­ne Lö­sung woll­te. Ihre Tä­tig­keit im Dienst der Men­schen­rech­te ver­ar­bei­te­te sie in zwei au­to­bio­gra­fi­schen Bü­chern: 2009 er­schien »Im Na­men der An­kla­ge« und in die­sem Jahr »Im Na­men der Op­fer« (Gi­ger; 190 Sei­ten; 22,90 Euro), in dem sie mit dem »Ver­sa­gen der Uno und der in­ter­na­tio­na­len Po­li­tik in Sy­ri­en« (so der Un­ter­ti­tel) ab­rech­net. Zum Ge­spräch emp­fing die pas­sio­nier­te Golf­spie­le­rin im Golf­klub von As­co­na, wo sie im Ru­he­stand lebt.

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