Tod in der Trattoria

Verbrechen  Vor drei Jahren tötet ein Hamburger Gastwirt einen Mann, der ihn erpresst hat, und betoniert ihn ein. Ein Gericht urteilt Notwehr und lässt ihn gehen. Doch er lebt in ständiger Angst vor Rache. Macht ein Freispruch wirklich frei?
Von Özlem Gezer und Timofey Neshitov

Gas­tro­nom Sa­rai­va in sei­nem Re­stau­rant in Un­de­loh, Lü­ne­bur­ger Hei­de: »Ir­gend­wann krie­gen sie mich«

Alf­re­do Sa­rai­va sitzt auf der Ve­ran­da sei­ner Trat­to­ria und stopft Ta­bak in Zi­ga­ret­ten­blät­ter. Vor ihm liegt die »Sport­Bild« auf rot-wei­ßer Plas­tik­de­cke. Seit der Mor­gen graut, tra­ben Pfer­de über die stei­ni­ge Dorf­stra­ße und zie­hen Rei­sen­de in Kut­schen hin­ter sich her, vor­bei an der Dorf­kir­che, ent­lang an Heit­manns Hö­ker­la­den, Rich­tung Markt­platz, wo Händ­ler Fel­le auf Klapp­ti­sche sor­tie­ren. Sa­rai­va steckt sich die Selbst­ge­stopf­te an, sei­ne nack­ten Füße sind nass, er hat ge­ra­de Fett vom Stein­bo­den der Kü­che ge­schrubbt, hat Pfif­fer­lin­ge sor­tiert, Sah­ne ge­schla­gen. Die Al­ten von den Kut­schen wer­den spä­ter auf Sa­rai­vas Ve­ran­da sit­zen, wer­den sei­ne haus­ge­mach­te Buch­wei­zen­tor­te be­stel­len, wenn die Kir­chen­glo­cken die vol­le Drei läu­ten, in Un­de­loh, Lü­ne­bur­ger Hei­de.

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