Der Weg ins deut­sche Para­dies

Essay  Wie es ist, im Krieg und damit ohne Kindheit aufzuwachsen – und was das für die Integration in Deutschland bedeutet
Omid Nouripour

Als wir das Kin­der­zim­mer mei­nes Soh­nes ein­rich­te­ten, hat­ten mei­ne Frau und ich ei­nen hand­fes­ten Streit. Sie, auf dem Land in Ost­west­fa­len auf­ge­wach­sen, woll­te die Wie­ge un­ter das Fens­ter stel­len, da­mit das Neu­ge­bo­re­ne die fri­sche Luft ge­nie­ßen konn­te. Ich aber wehr­te mich mit Hän­den und Fü­ßen, ohne es ihr plau­si­bel er­klä­ren zu kön­nen. Wir wur­den bei­de laut, bis aus mir spru­del­te, dass ich Angst hat­te, die Schei­be könn­te zer­sprin­gen und die Split­ter könn­ten un­ser Baby ver­let­zen. Plötz­lich wur­den die Ge­sichts­zü­ge mei­ner Frau weich. Sie nahm mich in den Arm und sag­te sehr ru­hig, ich brauch­te kei­ne Druck­wel­len zu fürch­ten. »Hier ist Frie­den, hier fal­len kei­ne Bom­ben.«

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