Per­so­na­lien

Zweierlei Make-up

• Der ko­lum­bia­ni­sche Bal­lett­tän­zer und So­list des Roy­al Bal­let in Lon­don, Fer­nan­do Mon­taño, 33, be­nutz­te jah­re­lang Make-up, um sei­ne Haut hel­ler aus­se­hen zu las­sen. Dies habe er in der Hoff­nung ge­tan, sei­ne Chan­cen auf grö­ße­re Rol­len zu ver­bes­sern, ge­stand Mon­taño jetzt dem »Sun­day Te­le­graph«. Er habe zwar nie un­ter Ras­sis­mus ge­lit­ten, sag­te der Ko­lum­bia­ner, trotz­dem habe er sich als schwar­zer Mann un­si­cher ge­fühlt. Der aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen stam­men­de Künst­ler kam nach ei­ner Tanz­aus­bil­dung in sei­ner Hei­mat und auf Kuba 2006 zum Roy­al Bal­let und wäre dort bei­na­he ge­schei­tert – weil die Furcht, we­gen sei­ner Haut­far­be Nach­tei­le zu er­lei­den, ihn ge­hemmt habe. Im En­sem­ble gab es da­mals nur zwei an­de­re schwar­ze Tän­zer. Man­gel an Di­ver­si­tät ist in der Welt des klas­si­schen Tan­zes in­zwi­schen ein gro­ßes The­ma. In­ter­na­tio­nal ver­su­chen die be­deu­ten­den Kom­pa­ni­en, Tän­ze­rin­nen und Tän­zer aus ver­schie­de­nen Kul­tu­ren zu för­dern und zu ge­win­nen, da­mit das Pro­blem ge­löst wer­den kann. Ver­gan­ge­nen Mo­nat bot ein gro­ßer Bal­lett­aus­stat­ter in Groß­bri­tan­ni­en zum ers­ten Mal brau­ne Schu­he an. Bis da­hin be­nutz­te man rosé­far­be­ne, die im Be­darfs­fall mit Make-up be­ar­bei­tet wur­den, da­mit sie zum Haut­ton pass­ten.

Haarige Spende

• Die fran­zö­si­sche Staats­se­kre­tä­rin für Gleich­stel­lung von Män­nern und Frau­en, Mar­lè­ne Schiap­pa, 35, hat sich schon oft dar­über ge­är­gert, dass die Me­di­en sich aus­führ­li­cher mit ih­rem Aus­se­hen und ih­ren lan­gen Haa­ren be­schäf­ti­gen als mit ih­rer Po­li­tik. »Da­mit man mir zu­hört«, trug sie die­se in letz­ter Zeit meist hoch­ge­steckt. Seit­her wid­me ihr die Pres­se tat­säch­lich mehr fun­dier­te Ar­ti­kel, be­haup­tet sie. Jetzt hat die Po­li­ti­ke­rin sich die Haa­re ab­ge­schnit­ten. Ihre Spen­den­ak­ti­on für krebs­kran­ke Frau­en mach­te sie auf Ins­ta­gram und Face­book pu­blik. »Das ist ganz ein­fach«, schreibt die mit au­ßer­ge­wöhn­li­cher Haar­fül­le ge­seg­ne­te Schiap­pa non­cha­lant, »man muss nur min­des­tens 25 Zen­ti­me­ter ab­schnei­den und zu ei­nem oder meh­re­ren Zöp­fen bin­den. Die ver­schickt man dann per Post.« Ihre Spen­de ging an ei­nen nicht na­ment­lich ge­nann­ten Ver­band, der kos­ten­los Pe­rü­cken für Frau­en be­reit­stellt, die nach ei­ner Che­mo­the­ra­pie ihre Haa­re ver­lo­ren ha­ben. Schiap­pa ruft zur Nach­ah­mung auf. Jede Frau kön­ne ei­nen Bei­trag leis­ten, man be­nut­ze für die Pe­rü­cken auch grau­es oder ge­färb­tes Haar.

Der Handwerker

• Wenn es et­was zu re­pa­rie­ren gibt, steht der fin­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter Juha Si­pi­lä, 57, be­reit. Als eine sei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen am Diens­tag er­wähn­te, dass sie ei­nen plat­ten Rei­fen an ih­rem Fahr­rad habe, be­stand Si­pi­lä dar­auf, den Schlauch wäh­rend ei­ner Be­spre­chung zu fli­cken. Der Re­gie­rungs­chef, ein stu­dier­ter In­ge­nieur, nimmt die Din­ge auch sonst am liebs­ten selbst in die Hand. Zu aus­wär­ti­gen Ter­mi­nen reist er gern am Steu­er ei­nes Char­ter­flug­zeugs an, auf ei­ge­ne Kos­ten. Ein­mal ist er bis in die Mon­go­lei zu ei­nem Staats­be­such ge­flo­gen. Zum Aus­gleich für die CO²-Emis­sio­nen wol­le er auf sei­nem Grund­stück Bäu­me pflan­zen, sagt er. Vie­le sei­ner Mö­bel hat der pas­sio­nier­te Hand­wer­ker da­heim in sei­ner Ga­ra­ge ge­schrei­nert. Als 2015 sein jüngs­ter Sohn nach ei­ner Ope­ra­ti­on ver­starb, ließ er es sich nicht neh­men, ei­gen­hän­dig den Sarg in Form ei­nes Boo­tes an­zu­fer­ti­gen.

Ein Freund der Frauen

• Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er, 60, ou­te­te sich ver­gan­ge­nen Diens­tag als Fe­mi­nist. Auf der Po­di­ums­dis­kus­si­on »Der SPIEGEL im Ge­spräch« im Ber­li­ner Spie­gel­saal von Clär­chens Ball­haus ging es an­läss­lich von 100 Jah­ren Frau­en­wahl­recht um Fe­mi­nis­mus und die Fra­ge, wie weit Deutsch­land in Sa­chen Gleich­stel­lung ge­kom­men ist. Alt­mai­er über­rasch­te die Zu­schau­er gleich zu Be­ginn mit sei­ner Ken­ner­schaft fe­mi­nis­ti­scher Fach­li­te­ra­tur, als er aus ei­nem Buch Mal­wi­da von Mey­sen­bugs zi­tier­te, ei­ner Fe­mi­nis­tin des 19. Jahr­hun­derts. Mit ihm auf der Büh­ne dis­ku­tier­ten die Chef­re­dak­teu­rin­nen Bascha Mika (»Frank­fur­ter Rund­schau«) und Te­re­sa Bü­cker (On­line­ma­ga­zin Edi­ti­on F), die stell­ver­tre­ten­de SPIEGEL-Chef­re­dak­teu­rin Su­san­ne Bey­er mo­de­rier­te. Der Jung­ge­sel­le Alt­mai­er er­klär­te, er in­ter­es­sie­re sich lei­den­schaft­lich für star­ke weib­li­che Per­sön­lich­kei­ten und lese viel zu dem The­ma. Im wah­ren Le­ben hät­ten ihn zwei Frau­en be­son­ders be­ein­flusst, ver­riet er: sei­ne Mut­ter, Berg­ar­bei­ter­wit­we und Kran­ken­schwes­ter – so­wie Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel.

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