Haus­mit­tei­lung

Schmer­gal mit Rent­ner

Don­ners­tag, halb elf in Ber­lin. Im Re­gie­rungs­vier­tel hat der Bun­des­tag das neue Ren­ten­pa­ket be­schlos­sen, und die Gro­ße Ko­ali­ti­on fei­ert sich selbst. Sie habe »Si­cher­heit« für alle Ge­ne­ra­tio­nen ge­schaf­fen, be­haup­tet SPD-Frak­ti­ons­che­fin An­drea Nah­les. Nur fünf Ki­lo­me­ter ent­fernt, im Hof ei­ner Kir­chen­ge­mein­de, ste­hen zur sel­ben Zeit Dut­zen­de Se­nio­ren Schlan­ge, um Brot vom Vor­tag und Ge­mü­se mit klei­nen Ma­cken ab­zu­ho­len. »Das neue Ge­setz wird das Le­ben der meis­ten wirk­lich be­dürf­ti­gen Se­nio­ren nicht ver­bes­sern«, sagt Re­dak­teu­rin Cor­ne­lia Schmer­gal. Ge­mein­sam mit SPIEGEL-Mit­ar­bei­ter Chris­toph Ko­op­mann hat sie die ak­tu­el­le Ren­ten­re­form ei­nem Rea­li­täts­test un­ter­zo­gen. Das Er­geb­nis: An der Lage der Jun­gen geht die Dis­kus­si­on vor­bei – pro­fi­tie­ren wird vor al­lem die gro­ße Grup­pe der heu­ti­gen Rent­ner, die oh­ne­hin schon aus­kömm­lich ab­ge­si­chert ist. Zum Ar­ti­kel

Nes­hi­tov, Ge­zer mit Sa­rai­va

Es war ein Kri­mi­nal­fall, der wo­chen­lang die Öffent­lich­keit be­schäf­tig­te. Der Ham­bur­ger Gast­wirt Al­fre­do Sa­rai­va tö­te­te sei­nen Schutz­geld­er­pres­ser und be­to­nier­te ihn in der Ab­stell­kam­mer sei­nes Re­stau­rants ein. Sa­rai­va wur­de frei­ge­spro­chen und ver­ließ die Stadt, weil er bis heu­te die Ra­che der Ver­wand­ten fürch­tet. Die Re­dak­teu­re Özlem Ge­zer und Ti­mo­fey Nes­hi­tov tra­fen Sa­rai­va an sei­nem Zu­fluchts­ort in der Lü­ne­bur­ger Hei­de, spra­chen mit An­ge­hö­ri­gen und Freun­den des Ge­tö­te­ten und gin­gen der Fra­ge nach, was die­ser Frei­spruch für bei­de Sei­ten be­deu­tet. Was sie bei der Re­cher­che er­staun­te, war, dass kei­ner ih­rer Ge­sprächs­part­ner noch Ver­trau­en in den Rechts­staat hat. Die Fa­mi­lie des Op­fers spricht von ei­nem kalt­blü­ti­gen Mord. Sa­rai­va selbst glaubt nicht, dass die Po­li­zei ihn wirk­lich schüt­zen kann. »Der Frei­spruch des Rich­ters in­ter­es­siert da drau­ßen nie­man­den«, sag­te er den Re­dak­teu­ren. Zum Ar­ti­kel

Wenn gut si­tu­ier­te Bri­ten der­zeit vor et­was Angst ha­ben, dann vor dem Brex­it – und vor Je­re­my Cor­byn. Die kon­ser­va­ti­ve Re­gie­rung, die Wirt­schaft, die Me­di­en spre­chen von dem La­bour-Chef, als wol­le er das Kö­nig­reich in die so­zia­lis­ti­sche Stein­zeit zu­rück­füh­ren. Jun­ge Leu­te da­ge­gen ha­ben schon lan­ge nicht mehr so viel Hoff­nung in ei­nen ein­zi­gen Po­li­ti­ker ge­setzt, an­ders als in gro­ßen Tei­len Eu­ro­pas scheint die Lin­ke in Groß­bri­tan­ni­en ge­ra­de wie­der en vogue. Cor­byn be­fin­det sich da­her auch im Dau­er­wahl­kampf, er will schnellst­mög­lich in 10 Dow­ning Street ein­zie­hen. Als ihn Re­dak­teur Jörg Schind­ler auf ei­ner Rei­se be­glei­te­te, spur­te­te der 69-Jäh­ri­ge der­art schnell los, um den Zug zu­rück nach Lon­don zu er­wi­schen, dass sein Team kaum hin­ter­her­kam. »Nie­mand soll­te dar­auf set­zen, dass Cor­byn bald die Pus­te aus­geht«, so Schind­ler. Sein In­ter­view mit Cor­byn le­sen Sie hier.

In vie­len Fa­mi­li­en wird dar­über ge­strit­ten, wann die Kin­der ins Bett müs­sen. Da­bei ge­sche­hen im Schlaf so vie­le span­nen­de Din­ge: »Dein SPIEGEL«, das Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der, er­klärt in sei­ner Ti­tel­ge­schich­te, was nachts im Kör­per pas­siert, wie­so das Ge­hirn im­mer wie­der Zeit zum Träu­men braucht und war­um so­gar Alb­träu­me hilf­reich sein kön­nen. Au­ßer­dem im Heft: Bas­tel­ide­en für die Weih­nachts­zeit; und ein Jun­ge mit Au­tis­mus er­klärt sei­nen Mit­schü­lern, war­um er sich manch­mal an­ders ver­hält als sie. Die neue Aus­ga­be von »Dein SPIEGEL« er­scheint am Diens­tag.