Krieg im Bauch, Krieg in der Seele

Der Schriftsteller Zoltán Danyi lässt in einer furiosen Suada einen Versehrten des Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien zu Wort kommen.
Von Wolfgang Höbel

Trans­port ei­nes Ver­wun­de­ten im Ers­ten Welt­krieg, Ge­mäl­de von Paul Nash, 1918

WIE EINE FI­GUR aus ei­ner ur­al­ten Hor­ror­ge­schich­te wirkt der Heil­prak­ti­ker, zu dem sich der Held die­ses Bu­ches ir­gend­wann in den Nul­ler­jah­ren in Bel­grad ver­irrt, weil er von Blä­hun­gen und Krämp­fen ge­plagt wird. Ein ge­drun­ge­ner Mann »mit sil­ber­grau­em Bart und war­mem Blick« lässt ein Pen­del vor den Au­gen des Pa­ti­en­ten schwin­gen, »sein Lä­cheln war freund­lich, aber sei­ne Hal­tung er­schien et­was steif«. Als es nach voll­zo­ge­nem Pen­del­ri­tu­al und der Emp­feh­lung ei­ner ei­gen­wil­li­gen Schnaps­kur zur Fra­ge der Be­zah­lung kommt, lehnt der Heil­prak­ti­ker Geld ab. Zum Dank, so schlägt er vor, sol­le ihm der Pa­ti­ent die Fuß­nä­gel schnei­den. Leicht an­ge­wi­dert ge­horcht die­ser – und sin­niert, »dass die­ser Typ ei­nen an der Waf­fel hat, der ist doch to­tal über­ge­schnappt«.

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