Glo­ba­le Mit­tel­schicht. Die hal­be Welt ist Mit­tel­schicht. Viel Sor­gen macht man sich in Deutsch­land um die Mit­tel­schicht, sie gilt als ge­fähr­det, aus­ge­nutzt oder ver­nach­läs­sigt, und oft wer­den ihr die At­tri­bu­te »schwin­dend« oder »schrump­fend« vor­an­ge­stellt. Be­trach­tet man aber die Welt als Gan­zes, wie es die bei­den Öko­no­men Homi Kha­ras und Kris­to­fer Ha­mel tun, dann ist die Mit­tel­schicht nicht nur im Wachs­tum be­grif­fen, sie hat laut ih­ren Be­rech­nun­gen in die­sem Jahr ei­nen Wen­de­punkt er­reicht: »Zum ers­ten Mal seit Be­ginn der Zi­vi­li­sa­ti­on«, so schrei­ben Kha­ras und Ha­mel, ge­hö­re mehr als die Hälf­te der Mensch­heit, näm­lich 3,8 Mil­li­ar­den Men­schen, der Mit­tel­schicht oder den Rei­chen an. Ein Mit­tel­schichts­le­ben nach glo­ba­lem Maß­stab de­fi­nie­ren die Au­to­ren so: Man kann sich Din­ge wie ei­nen Kühl­schrank, eine Wasch­ma­schi­ne oder ein Mo­tor­rad leis­ten; ein Ki­no­be­such liegt drin; Ur­laub ma­chen ist mög­lich; eine plötz­li­che Krank­heit oder ein zeit­wei­li­ger Job­ver­lust kann über­stan­den wer­den, ohne in Ar­mut ab­zu­rut­schen. Ein Haus­halt ge­hört zur Mit­tel­schicht, wenn sei­ne Mit­glie­der im Schnitt 11 bis 110 Dol­lar pro Tag aus­ge­ben kön­nen. Ganz un­ten und in ex­tre­mer Ar­mut lebt, wer von we­ni­ger als 1,90 Dol­lar pro Tag le­ben muss. Die­se Grup­pe schrumpft und um­fasst heu­te noch 630 Mil­lio­nen Men­schen. Zwi­schen Mit­tel­schicht und ex­tre­mer Ar­mut fin­den sich die »Ver­letz­li­chen« (3,2 Mil­li­ar­den Men­schen): Sie kön­nen durch ein un­vor­her­ge­se­he­nes Er­eig­nis wie eine Krank­heit oder Ar­beits­lo­sig­keit in die Ar­mut zu­rück­fal­len. Ganz oben sind die Rei­chen (200 Mil­lio­nen). »Etwa eine Per­son ent­kommt heu­te pro Se­kun­de der ex­tre­men Ar­mut«, so ha­ben Kha­ras und Ha­mel be­rech­net, »aber fünf Men­schen pro Se­kun­de er­rei­chen die Mit­tel­schicht.«

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