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Der Hass

1998 wurde das Kar­frei­tags­abkommen unter­zeich­net, das den jahr­hunderte­alten Konflikt zwischen den irisch-katho­lischen Natio­nalisten und den britisch-protes­tan­tischen Unionisten beenden sollte – bis heute ist es unver­ändert in Kraft.

»The Twelfth« – die Feier des Sieges Wilhelms III. über den katho­lischen König James II. ist ein wichtiges Ereignis im protes­tan­tischen Kalender.

Jedes Jahr wird an ihn mit dem Bau großer Lager­feuer, sogenannter »Bonfires«, erinnert.

Eine blanke Provo­kation für alle Katho­liken – es ist die ange­spann­teste Zeit des Jahres.

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Die andere Seite

Der Traum der IRA vom verei­nigten Irland schien auf dem Müll­haufen der Geschichte gelandet zu sein – nun liegt er wieder auf dem Tisch.

Und auch andere Geister der Ver­gangen­heit sind wieder da: So werden der soge­nannten »Neuen IRA« mehrere ver­suchte Tötungen und klei­nere Bom­ben­anschläge in den letzten Jahren angelastet.

Während sich der Terror neu formiert, sorgen sich viele in der Mitte der Gesell­schaft um jahr­zehnte­lang erkämpfte Rechte, die sie durch den Brexit verlieren könnten:

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Tradition

In Loughgall, dem Grün­dungs­ort des Oranier­ordens, feiern protes­tantische Gruppen jedes Jahr im Juni den Sieg in der »Schlacht von Boyne« 1690.

Der Oranier­orden wurde 1795 gegrün­det, als seine Grün­dungs­mit­glieder der könig­lichen Familie ihre Loya­lität zusicher­ten und schworen, den protes­tantischen Glauben zu verteidigen.

Bei den Auf­märschen und Paraden kommt es immer wieder zu gewalt­samen Konflik­ten mit katho­lischen Gruppen – bis heute.

Die unionistische – auf den ersten Blick durch­aus vernünftige – Idee, enger mit den Briten zusam­men­zu­arbei­ten, steht natürlich in massivem Wider­spruch zu den Vor­stel­lungen der katho­lischen Natio­nalisten, die ein vereintes Irland anstreben.

Während einer Auto­fahrt mit dem Wirt­schafts­ver­treter Bernard Boyle aus Forkhill lässt sich erahnen, wie schwierig es werden wird, eine EU-Außen­grenze zwischen Nord­irland und Irland zu etablieren.

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Die Grenze

Forkhill war einst eine Hoch­burg der IRA. Auf die britischen Mili­tär­kasernen und deren Soldaten, die deshalb dort statio­niert waren, verübte die Terror­organisation mehrere Anschläge.

Einst abgeriegelte Konflikt­zone, ist Forkhill heute eine expan­dierende und wohl­habende Grenz­gemeinde.

Team

Autor, Kamera, Fotos Jonathan Browning

Storytelling, Schnitt Bernhard Riedmann

Grafik Anna-Lena Kornfeld

Motion Design, Programmierung Lorenz Kiefer

Dokumentation Anika Zeller

Schlussredaktion Katrin Zabel

Redaktion Jens Radü

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