»Bedrückend echt«

Der Augenzeuge Am Dienstag probten Hunderte Polizisten im Stuttgarter Hauptbahnhof einen Antiterroreinsatz. Bundespolizist Daniel Kroh, 28, war mittendrin.

• »Ich wuss­te ja, dass der Knall kommt, trotz­dem habe ich mich ein we­nig er­schro­cken. Ver­wun­de­te jun­ge Men­schen lie­fen aus dem Zug, lau­te Schreie schall­ten durch den Bahn­hof, Schüs­se fie­len, Rauch­schwa­den zo­gen durch die Luft. Schon zum sieb­ten Mal hat die Bun­des­po­li­zei ei­nen gro­ßen An­ti­ter­ror­ein­satz ge­übt. Sechs Bahn­glei­se wur­den ab­ge­sperrt, etwa 1000 Men­schen ha­ben mit­ge­macht, 400 von ih­nen Po­li­zei­an­wär­ter. Die jun­gen Kol­le­gen wa­ren Sta­tis­ten, die Bahn­rei­sen­de spiel­ten und zum Teil als Ver­letz­te ge­schminkt wur­den. In ei­nem al­ten Zug nahe der Ein­gangs­hal­le wur­den ih­nen blu­ten­de Wun­den und Ver­bren­nun­gen auf­ge­malt. Ne­ben­an tausch­ten Po­li­zis­ten ihre schar­fe Mu­ni­ti­on ge­gen Zehn­tau­sen­de Farb- und Platz­pa­tro­nen. Sie wa­ren zum Teil mit Ma­schi­nen­pis­to­len be­waff­net. Als Pres­se­spre­cher der Stutt­gar­ter Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on habe ich Jour­na­lis­ten durch das Sze­na­rio ge­führt, aber nur am An­fang der Übung. Da­nach war die Öffent­lich­keit kom­plett aus­ge­schlos­sen, wir ha­ben den Bahn­hof bis nachts um fünf Uhr mit 490 Me­ter Sicht­schutz ab­ge­rie­gelt. Na­tür­lich wol­len wir ver­mei­den, dass die Po­li­zei­tak­tik für eine sol­che Si­tua­ti­on er­kenn­bar wird. Die­ses Wis­sen könn­ten Ter­ro­ris­ten sich wo­mög­lich zu­nut­ze ma­chen.

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