Per­so­na­lien

Gute Kritik

• Wenn die »New York Times« über das Broad­way-De­büt ei­nes jun­gen Schau­spie­lers schreibt, dass die­ser sei­ne »un­fo­kus­sier­te ner­vö­se En­er­gie« nicht habe ver­ber­gen kön­nen, ist das kein wirk­lich gu­ter Kar­rie­re­start. So ge­sche­hen bei Ethan Haw­ke, 47, der 1992 in An­ton Tsche­chows »Die Möwe« auf­trat und den Thea­ter­kri­ti­ker nicht über­zeug­te. Die Zei­tung schrieb nun ein Por­trät über eben­die­sen, heu­te sehr er­folg­rei­chen Schau­spie­ler. Haw­ke hat zu Be­ginn sei­ner Kar­rie­re viel Kri­tik ein­ste­cken müs­sen. Für sei­ne Thea­ter­rol­len, Fil­me und Ro­ma­ne. Er er­in­nert sich aber auch an den Mo­ment, an dem sei­ne Mut­ter zu ei­nem sei­ner Ro­ma­ne sag­te: »Es ist nicht Tsche­chow, aber es ist ein An­fang.« Die­se Kri­tik habe ihn be­stärkt, es wei­ter­hin we­nigs­tens zu ver­su­chen. Nun ver­sucht Haw­ke sich mal wie­der als Re­gis­seur. Sein neu­er Film »Bla­ze« läuft be­reits in den US-ame­ri­ka­ni­schen Ki­nos. Und hat über­ra­schend gute Kri­ti­ken be­kom­men.

Die Sonne geht auf

Au­ro­ra Ra­maz­z­ot­ti, 21, ist eine »Figlia d'ar­te«. Die­se der ita­lie­ni­schen Spra­che ei­ge­ne For­mu­lie­rung ist ins Deut­sche nur schwer zu über­set­zen. Viel­leicht so: Au­ro­ra Ra­maz­z­ot­ti ist die Toch­ter der schwei­ze­risch-ita­lie­ni­schen Fern­seh­mo­de­ra­to­rin Mi­chel­le Hun­zi­ker und des ita­lie­ni­schen Sän­gers Eros Ra­maz­z­ot­ti. Als Au­ro­ra ge­bo­ren wur­de, wid­me­te ihr Va­ter ihr ein Lied: »L'au­ro­ra«, die Mor­gen­rö­te. Das war 1996. In­zwi­schen ist die Son­ne auf­ge­gan­gen und Au­ro­ra Ra­maz­z­ot­ti be­rühmt. Sie hat weit mehr als eine Mil­li­on Fol­lo­wer auf Ins­ta­gram. Sie ver­reist viel, mo­de­riert ita­lie­ni­sche Fern­seh­sen­dun­gen (zum Bei­spiel ge­mein­sam mit ih­rer Mut­ter), mo­delt und kann be­stimmt auch sin­gen. Von »Vogue Ita­lia« muss­te sich Au­ro­ra Ra­maz­z­ot­ti in ei­nem In­ter­view nun die Fra­ge ge­fal­len las­sen, wo sie sich in 20 Jah­ren sehe. Sie sag­te, dass es fast un­mög­lich sei, das vor­aus­zu­sa­gen, und dass es ihr nicht ge­fal­le, zu viel an die Zu­kunft zu den­ken. Das ist eine recht ver­nünf­ti­ge Ant­wort auf eine recht fürch­ter­li­che Fra­ge.

Fahrlässige Tweets

• Thü­rin­gens Re­gie­rungs­chef Bodo Ra­me­low, 62, ist ei­nem Buß­geld­ver­fah­ren des Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten ent­kom­men. Dem twit­te­raf­fi­nen Lin­ken war vor­ge­wor­fen wor­den, im Netz ein Foto sei­nes Jus­tiz­mi­nis­ters Die­ter Lau­in­ger (Grü­ne) und von Lau­in­gers Frau und Sohn ver­öf­fent­licht zu ha­ben. Da­mit habe Ra­me­low, so der Da­ten­schüt­zer, »vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig« ge­gen die Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung ver­sto­ßen. Tat­säch­lich ent­stand das Bild bei der Abi-Fei­er von Lau­in­gers Sohn. Ra­me­low gra­tu­lier­te der Fa­mi­lie auf sei­nem pri­va­ten Twit­ter-Ac­count, was die Op­po­si­ti­on in Er­furt er­bos­te. Denn der Fall hat eine Vor­ge­schich­te. Der Sohn des Mi­nis­ters war un­ter du­bio­sen Um­stän­den von ei­ner Schul­prü­fung be­freit wor­den. Der Vor­gang be­schäf­tigt bis heu­te ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss im Land­tag. Der Da­ten­schüt­zer stell­te das Ver­fah­ren ge­gen Ra­me­low nun ein. Der Re­gie­rungs­chef habe eine Ein­wil­li­gung der Fa­mi­lie Lau­in­ger vor­ge­legt, in der steht, dass das Foto ver­öf­fent­licht wer­den darf. Dies konn­te die Be­hör­de in­des nicht be­stä­ti­gen: aus Grün­den des Da­ten­schut­zes.

Zum Dahinschmelzen

• Die rus­si­sche Samm­le­rin und Jet­set­te­rin Da­scha Schu­ko­wa, 37, darf sich end­gül­tig als Kö­ni­gin der Kunst­welt füh­len. Ihr wur­de die Ehre zu­teil, vom Bild­hau­er Urs Fi­scher über­le­bens­groß nach­ge­bil­det zu wer­den. Der in New York le­ben­de Schwei­zer – und Lieb­lings­künst­ler der in­ter­na­tio­na­len High So­cie­ty – hat be­reits häu­fi­ger Wachs­fi­gu­ren ge­schaf­fen, mit ei­nem Docht ver­se­hen und an­ge­zün­det. Doch kei­ne fiel so ho­heits­voll und gla­mou­rös aus wie die von Schu­ko­wa, ihr Wachs­dou­ble trägt ein lan­ges, rosé­far­be­nes Kleid und nimmt eine läs­si­ge bis höchst selbst­be­wuss­te Hal­tung ein. Seit die­ser Wo­che und bis An­fang No­vem­ber darf sie ganz lang­sam schmel­zen, und zwar in der Lon­do­ner De­pen­dance der mäch­ti­gen US-Ga­le­rie Ga­gosi­an. Schu­ko­wa war län­ge­re Zeit mit dem Olig­ar­chen Ro­man Ab­ra­mo­witsch ver­hei­ra­tet, hat mit ihm zwei Kin­der. Ge­mein­sam er­öff­ne­te das Paar noch vor drei Jah­ren ein rie­si­ges Pri­vat­mu­se­um in Mos­kau. Al­lein gibt sie viel­leicht auch das at­trak­ti­ve­re Kunst­werk ab.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 38/2018.