Oh, wie schön. Etwa ein Drit­tel der glo­ba­len Land­ober­flä­che (40 Mil­lio­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter) ist mit Wäl­dern be­deckt. Lei­der ste­hen je­doch sehr vie­le Bäu­me in um­welt­po­li­tisch un­zu­ver­läs­si­gen Län­dern, nicht in Deutsch­land, wo man den Wald ver­ehrt. Al­lein Russ­land be­hei­ma­tet ein Fünf­tel des Welt­wald­be­stands, Bra­si­li­en gut ein Zehn­tel (Deutsch­land: 0,3 Pro­zent). Und der Wald schrumpft: Laut Uno büßt die Erde ge­gen­wär­tig pro Jahr eine Net­to­wald­flä­che etwa von der Grö­ße Bel­gi­ens ein (33 000 km² / 2010 bis 2015 im Schnitt). Al­ler­dings – und das ist die gute Nach­richt – war der Wald­ver­lust vor Kur­zem noch mehr als dop­pelt so hoch: In den Neun­zi­ger­jah­ren ver­schwand im Schnitt jähr­lich Wald im Um­fang von fast ganz Pa­na­ma (73 000 km²). Und wer wür­de nicht lie­ber Bel­gi­en ver­lie­ren als Pa­na­ma? Ei­nen län­ge­ren Blick auf die glo­ba­le Ent­wick­lung er­laubt die Gra­fik oben: In frü­he­ren Jahr­hun­der­ten fand der Raub­bau am Wald vor al­lem in den ge­mä­ßig­ten Kli­ma­zo­nen statt, also bei uns (und in Asi­en und Nord­ame­ri­ka). Un­se­re Vor­fah­ren brauch­ten Platz für ihre hoch­gra­dig in­ef­fi­zi­en­te Land­wirt­schaft, und sie ver­feu­er­ten Un­men­gen an Holz zur En­er­gie­ge­win­nung. Doch wäh­rend sich im 20. Jahr­hun­dert der Ver­lust an Wäl­dern in den ge­mä­ßig­ten Zo­nen fast bis zum Null­punkt ver­rin­ger­te, stieg er in den Tro­pen zu­nächst dra­ma­tisch an. Dort bleibt das Pro­blem gra­vie­rend – auch wenn die tro­pi­schen Wäl­der laut Uno-Schät­zun­gen die schlimms­ten Zei­ten hin­ter sich zu ha­ben schei­nen: Die Erde ver­liert im frü­hen 21. Jahr­hun­dert jähr­lich nur noch etwa ein Drit­tel so viel Tro­pen­wald wie im Schnitt der Fünf­zi­ger- bis Sieb­zi­ger­jah­re.

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