Haus­mit­tei­lung

Seit drei­ein­halb Jah­ren bom­bar­diert eine Ko­ali­ti­on un­ter Füh­rung von Sau­di-Ara­bi­en den Je­men. Der Nor­den des Lan­des ist weit­ge­hend ab­ge­rie­gelt. Um den­noch über das Leid der dor­ti­gen Be­völ­ke­rung be­rich­ten zu kön­nen, flog Re­dak­teu­rin Fio­na Eh­lers zu­nächst nach Aden im Sü­den. Dort stülp­te sie sich ei­nen schwar­zen Um­hang so­wie ei­nen Ni­kab über, den lan­des­üb­li­chen drei­la­gi­gen Ge­sichts­schlei­er. Bei­des hat­te sie in Ber­lin-Neu­kölln ge­kauft. An­schlie­ßend fuhr sie auf der Rück­bank ei­nes Ge­län­de­wa­gens hoch nach Sanaa. Zwölf Stun­den dau­er­te die Wüs­ten­tour. »Die be­waff­ne­ten Wa­chen an den Check­points in­ter­es­sier­ten sich nicht für die Frau auf der Rück­bank«, sagt Eh­lers, »mit ge­lang­weil­ten Ges­ten wink­ten sie un­se­ren Wa­gen ein­fach durch.« zum Ar­ti­kel

Duve, Schmit­ter

Die Schrift­stel­le­rin Ka­ren Duve lebt bei­na­he wie ihre jüngs­te Hel­din, al­ler­dings ohne Was­ser­gra­ben und Per­so­nal: Ihr Back­stein­häus­chen in Bran­den­burg, in dem sie jah­re­lang über die west­fä­li­sche Kol­le­gin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff forsch­te, ist um­ge­ben von Wie­sen und Wäl­dern. Das in viel­fa­cher Hin­sicht eng ge­schnür­te Le­ben der Dich­te­rin und Au­to­rin der Kri­mi­nal­no­vel­le »Die Ju­den­bu­che« ist The­ma von Du­ves neu­em Ro­man »Fräu­lein Net­tes kur­zer Som­mer«. Duve ist pas­sio­nier­te Rei­te­rin; nach ih­rem Ge­spräch über die Dros­te durf­te Re­dak­teu­rin Elke Schmit­ter auf dem Schim­mel To­ri­no mit Duve auf Apol­lo über den Acker ga­lop­pie­ren. Es han­delt sich um zwei Wal­la­che, al­ler­dings wis­se, so Duve, »nur To­ri­no, dass er ei­ner ist«. zum Ar­ti­kel

Shafy, Curr­ent­zis

Er ist der schil­lernds­te Di­ri­gent sei­ner Ge­ne­ra­ti­on, und er ist sich des­sen be­wusst: Teo­dor Curr­ent­zis, ge­bo­ren 1972 in Athen. Mit sei­nem Or­ches­ter und sei­nem Kam­mer­chor Mu­si­cAe­ter­na aus Si­bi­ri­en fei­ert er in­ter­na­tio­nal Er­fol­ge. Nun über­nimmt er zu­sätz­lich das SWR Sym­pho­nie­or­ches­ter in Stutt­gart. Wie passt das zu­sam­men, der grie­chi­sche Ex­zen­tri­ker und das schwä­bi­sche Rund­funk­or­ches­ter? Curr­ent­zis zu tref­fen war kom­pli­ziert: Rund 150 Mails, Dut­zen­de Te­le­fo­na­te, Tref­fen mit Ma­na­gern wa­ren nö­tig, bis er be­reit war, Re­dak­teu­rin Sa­mi­ha Shafy im rus­si­schen Perm zu emp­fan­gen. Der SPIEGEL sei ja ein po­li­ti­sches Ma­ga­zin, sag­te er – und er has­se Po­li­tik, er sei An­ar­chist. Am Ende wur­den es meh­re­re Ge­sprä­che, über Mu­sik, die Welt, die Eman­zi­pa­ti­on der Frau. »Curr­ent­zis liebt die dra­ma­ti­sche Pose«, sagt Shafy, »aber er ist auch ein ab­so­lut ernst­haf­ter Mu­si­ker.« zum Ar­ti­kel

In vie­len Schul­klas­sen kommt es vor, dass Kin­der be­lei­digt und aus­ge­grenzt wer­den. Fie­se Sprü­che und üble Fo­tos kön­nen ih­nen das Le­ben zur Höl­le ma­chen. Doch je­der kann et­was ge­gen Mob­bing tun. »Dein SPIEGEL«, das Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der, be­schreibt in sei­ner Ti­tel­ge­schich­te, wie Kin­der sich weh­ren kön­nen – und wie wich­tig es ist, dass Mit­schü­ler den Op­fern zur Sei­te ste­hen. Au­ßer­dem im Heft: ein In­ter­view mit Bru­no Kahl, dem Chef der deut­schen Agen­ten im Aus­land. Und ein Bü­cher-Quiz für Le­se­rat­ten – mit Prei­sen zum Ge­win­nen. Die Aus­ga­be er­scheint am Diens­tag.