Ani­mier­tes Auf­ma­cher­bild

Als ät­zen­de und an­sta­cheln­de Kri­tik war sie ur­sprüng­lich ge­meint, die­se Zwil­lings­for­mel von den Deut­schen als »Dich­tern und Den­kern«: »Das deut­sche Volk ist kein Volk der That«, schrieb etwa der Vor­märz-Li­te­rat Ro­bert Prutz im Jahr 1845. Groß sei es »in al­len Din­gen, zu de­ren Aus­füh­rung man nicht vom Stuhl auf­zu­ste­hen braucht; wir er­obern auch die Welt, aber nicht mit Schwer­tern, son­dern mit Lehr­sät­zen und Ge­dich­ten«. Eine Ein­schät­zung, die sich im fol­gen­den Jahr­hun­dert als grot­ten­falsch her­aus­stell­te, zum Leid­we­sen des Rests der Welt. So sind die ak­tu­el­len Da­ten­sät­ze zum The­ma ent­schie­den zu be­grü­ßen. Als »flach ex­po­nen­ti­el­le Trend­kur­ve« in auf­stre­ben­der Rich­tung be­schreibt die Deut­sche Ge­sell­schaft für Phi­lo­so­phie ihre Mit­glie­der­ent­wick­lung, wo­bei die der­zeit etwa tau­send Mit­glie­der der eben­falls flo­rie­ren­den Ge­sell­schaft für Ana­ly­ti­sche Phi­lo­so­phie den Trend nur noch ver­stär­ken wür­den. Vom Deut­schen Text­dich­ter-Ver­band, in dem sich die Lied- und Schla­ger­tex­ter or­ga­ni­siert ha­ben, sind »durch den plötz­li­chen und un­er­war­te­ten Tod ei­nes frü­he­ren Prä­si­den­ten«, wie mit­ge­teilt wur­de, der­zeit lei­der kei­ne Zah­len ver­füg­bar. Da­für mel­den so­wohl der 1969 ge­grün­de­te Ver­band deut­scher Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler als auch das PEN-Zen­trum ei­nen deut­li­chen Zu­wachs an Dich­tern. Das 1924 ge­grün­de­te PEN-Zen­trum Deutsch­land hat­te in sei­ner wech­sel­vol­len Ge­schich­te, nach Exil und Spal­tung, nie so vie­le Mit­glie­der wie ge­gen­wär­tig. Bei­de Li­te­ra­ten­ver­bän­de se­hen sich ex­pli­zit als »Thä­ti­ge« im prutz­schen Sin­ne.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 37/2018.