Per­so­na­lien

Alles im Griff

• Über die Sep­tem­ber­aus­ga­be des Mo­de­ma­ga­zins »Vogue« in den USA gibt es so­gar ei­nen Film. Sie gilt als die wich­tigs­te des Jah­res, dick wie ein klei­nes Te­le­fon­buch, ge­ne­riert sie dank zahl­rei­cher An­zei­gen hohe Er­lö­se. Ent­spre­chend sorg­fäl­tig wird die Num­mer im­mer ge­plant. Eine gro­ße Ehre also für Beyon­cé, 36, nach drei Jah­ren zum zwei­ten Mal als Co­ver­girl der pres­ti­ge­träch­ti­gen Aus­ga­be er­wählt wor­den zu sein. Ge­ra­de­zu spek­ta­ku­lär je­doch mu­ten die Um­stän­de der Pro­duk­ti­on an. Dem Pop­star sei »bei­spiel­lo­se Kon­trol­le« ge­ge­ben wor­den, was die Ge­stal­tung des Ti­tel­bil­des, aber auch die Aus­wahl ih­rer Fo­tos und Tex­te be­trifft, hieß es in der »Huf­fing­ton Post«. Die In­for­ma­tio­nen sor­gen des­we­gen für Er­stau­nen, weil die le­gen­dä­re Chef­re­dak­teu­rin Anna Win­tour als ab­so­lu­ter Kon­troll­freak be­rüch­tigt ist. Was ist da los? Wahr ist, dass der bis­her eher un­be­kann­te Fo­to­graf Ty­ler Mit­chell, 23, den Su­per­star ab­lich­ten durf­te. Er ist in der über 100-jäh­ri­gen Ge­schich­te der Pu­bli­ka­ti­on der ers­te afro­ame­ri­ka­ni­sche Fo­to­graf ei­nes »Vogue«-Ti­tel­bilds. Rück­zugs­ge­rüch­te um die 68-jäh­ri­ge Win­tour wer­den zwar im­mer wie­der scharf de­men­tiert. Aber die Vor­stel­lung, dass sie die letz­te Sep­tem­ber­aus­ga­be ih­rer Kar­rie­re we­nigs­tens teil­wei­se in die Hän­de ei­ner afro­ame­ri­ka­ni­schen Mu­si­ke­rin ge­legt hat, die ihre Toch­ter sein könn­te, wäre na­tür­lich ein wei­te­rer schö­ner Bau­stein für ihre oh­ne­hin glanz­vol­le Le­gen­de. Die Win­tour-PR-Ma­schi­ne ar­bei­tet eben wie ge­schmiert.

1980

Juhnke gesucht

• Gla­mour und Ex­zes­se, Tri­um­phe und Ab­stür­ze, das war das Le­ben des En­ter­tai­ners Ha­rald Juhn­ke. Die ARD will es im kom­men­den Jahr ver­fil­men. Wer den 2005 ver­stor­be­nen »Si­na­tra von der Spree« spielt, soll vom 24. Au­gust an bei ei­nem Cas­ting in Ber­lin ge­klärt wer­den. Zwei der sechs Schau­spie­ler, die da­bei an­tre­ten, sind Flo­ri­an Da­vid Fitz und Tho­mas Hein­ze. Zwi­schen­zeit­lich hat­ten auch Kai Wie­sin­ger und Da­ni­el Brühl auf der Kan­di­da­ten­lis­te ge­stan­den. Mar­ti­na Zöll­ner, Doku- und Fic­tion­che­fin des aus­füh­ren­den RBB, woll­te le­dig­lich be­stä­ti­gen, dass »sehr in­ter­es­san­te Na­men dar­un­ter sind«. Der Film soll 1979 be­gin­nen, als Juhn­ke die ZDF-Show »Mu­sik ist Trumpf« über­nahm. Be­reits zu sei­nem 80. Ge­burts­tag war ein Film über ihn im Ge­spräch. Die Idee stamm­te von Pe­ter Wolf, der Juhn­ke bis zu des­sen Tod ge­ma­nagt hat­te. Nun plant Wolf für kom­men­des Jahr, in dem der Show­star 90 ge­wor­den wäre, ein Juhn­ke-Mu­si­cal, das in Juhn­kes Ge­burts­ort Ber­lin Pre­mie­re ha­ben soll.

Sommerliebe

• Stel­len Sie sich vor, Sie hät­ten ei­nen Traum­job. Vie­le wür­den Sie dar­um be­nei­den, Sie hät­ten rich­tig was zu mel­den, aber viel­leicht nicht mehr lang. Also ar­bei­ten Sie mit Won­ne und so viel es geht. Aber heut­zu­ta­ge ist das selbst im ar­beits­süch­ti­gen Deutsch­land nicht mehr so ein­fach: Je­der kommt ei­nem mit Work-Life-Ba­lan­ce und Aus­zeit­ideo­lo­gie. Nun kön­nen Sie mit den Schul­tern zu­cken und wei­ter­ar­bei­ten. Doch das kann nicht je­der. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel, 64, etwa muss zu al­lem et­was sa­gen und ver­mut­lich zu ih­rem Be­dau­ern auch zu sich selbst. Was sie im Som­mer macht. Kei­ne Gip­fel, kein Par­la­ment. Wenn man nur ar­bei­ten möch­te, ist eine som­mer­li­che Lie­be zur deut­schen Oper das per­fek­te Hob­by, denn die Sai­son ist über­sicht­lich und Bay­reuth schwer zu top­pen. Es gibt schö­ne Fo­tos da­von, was man im Som­mer ge­macht hat, dann kann man auch wie­der ins Büro. Und man­che Auf­füh­run­gen füh­len sich ein biss­chen wie Ar­beit an.

Werbewirksam

• Auch wenn Me­la­nia Trump, 48, seit­dem sie First Lady ist, nicht mehr im slo­we­ni­schen Sev­ni­ca war, sorgt sie für Um­satz in ih­rem Hei­mat­ort: Die Tat­sa­che, dass sie dort auf­ge­wach­sen ist, wird von der Tou­ris­mus­bran­che – und al­len mög­li­chen an­de­ren Un­ter­neh­mern – als Ver­kaufs­ar­gu­ment be­nutzt. Das jähr­li­che Be­su­cher­auf­kom­men stieg um 15 Pro­zent, seit Do­nald Trump als Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat von sich re­den mach­te. Die Be­sit­ze­rin des Cafés, in dem ein Stück »Tor­ta Me­la­ni­ja« für drei Euro ver­kauft wird, ist stolz, dass die Prä­si­den­ten­gat­tin in ih­rem Ort ge­wohnt hat. Die Kell­ne­rin ei­nes Lo­kals, in dem ein »Prä­si­den­ten­bur­ger« an­ge­bo­ten wird, fin­det hin­ge­gen, je­man­den zu hei­ra­ten sei kei­ne Leis­tung. Das Bröt­chen, in dem die Fri­ka­del­le ser­viert wird, ist mit ei­nem frit­tier­ten Stück Käse de­ko­riert. Es er­in­nert an Trumps Haar­tracht.

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