Eine Kom­pen­sa­ti­on un­er­füll­ter se­xu­el­ler Wün­sche sei der An­trieb für das Sam­meln von Din­gen und Tro­phä­en, sag­te Sig­mund Freud, der selbst trieb­haft Rin­ge, Sta­tu­et­ten und Ska­ra­bä­en hor­te­te. Wie dem auch sei. Es mag an der all­ge­mei­nen Li­ber­ti­na­ge lie­gen, je­den­falls lei­det der Bund Deut­scher Phil­ate­lis­ten e. V. seit Jah­ren am Rück­gang sei­ner Mit­glie­der­zahl und be­dau­ert, dass nur noch Rent­ner Brief­mar­ken sam­meln. Die Leu­te sam­meln Li­kes und Fol­lo­wer, aber kei­ne Post­wert­zei­chen mehr. Vie­ler­orts sucht man schon ver­ge­bens nach Brief­käs­ten. Dem­ge­gen­über mel­det der Deut­sche Jagd­ver­band ein ste­ti­ges Wachs­tum bei den Jagd­schein­be­sit­zern. Das Ja­gen scheint auf den ers­ten Blick nach­hal­ti­ger zu sein als das Sam­meln, ein Trend, der in­ter­es­san­ter­wei­se na­ment­lich für die Pilz­samm­ler nicht zu­trifft. Der In­ter­es­sen­ver­band der Pilz­freun­de be­rich­tet von ei­ner wach­sen­den Zahl von Pilz-Coachs und Schwam­merl-Samm­lern. Zu­sam­men­ge­sucht wer­den so­wie­so heu­te we­ni­ger Kron­kor­ken oder Bier­de­ckel als Da­ten. Die welt­wei­te di­gi­ta­le Spei­cher­ka­pa­zi­tät ist seit 2009 ge­schätzt von 400 Exa­bytes, das sind 400 Tril­lio­nen Bytes, auf 10 800 Exa­bytes ge­stie­gen. Das ist ein Zu­wachs um 2600 Pro­zent. Deut­lich zeigt sich hier eine Di­ver­genz zwi­schen Jä­gern und Samm­lern. Könn­te der Deut­sche Jagd­ver­band auf ein ver­gleich­ba­res Wachs­tum ver­wei­sen, gäbe es in Deutsch­land heu­te neun Mil­lio­nen Jagd­schein­be­sit­zer. Und kein Wild mehr waid und breit.

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