»Sie schossen sofort«

Zeitgeschichte  Vor 50 Jahren beendeten sowjetische Panzer den Prager Frühling. Der DDR-Student Christoph Wonneberger war dabei – und wurde mit seiner Kamera zum Augenzeugen.

»Rus­si­sche Sol­da­ten zu Fuß wa­ren sel­ten zu se­hen. Sie trau­ten sich zu­erst kaum aus ih­ren Fahr­zeu­gen. Schwer be­waff­net si­chern sie hier die Kreu­zung ei­ner Haupt­stra­ße.«

Bis tief in die Nacht hat­ten sie in ei­nem Pra­ger Stu­den­ten­ho­tel dis­ku­tiert. Erst ge­gen drei Uhr nachts leg­te sich Chris­toph Won­ne­ber­ger schla­fen. Kaum zwei Stun­den spä­ter schreck­te er auf sei­ner Prit­sche wie­der hoch. »Zu­erst zog ich mir noch ein­mal die De­cke über den Kopf, ich dach­te, das sei Bau­lärm. Spin­nen die? Mit­ten in der Nacht? Doch es hör­te nicht auf, es schep­per­te und klirr­te selt­sam. Auch im Haus lärm­te es plötz­lich. Ich stand auf, ging aus dem Zim­mer und sah Leu­te im Flur. Sie hal­fen ei­nem jun­gen Mann, der die Trep­pe hoch­wank­te, er war blut­über­strömt.«

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