ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Mo­tor­rad­fans 1968
Subkulturen

Rocker

Die Studentenbewegung war Ende der Sechzigerjahre nicht die einzige Gegenbewegung: Rocker verbreiteten in der Bundesrepublik jahrelang Angst und Schrecken. Doch die Experten taten sich mit einer Einordnung schwer – was waren das für Jungs in Ledermontur und woher kamen sie?

Für Kri­mi­nal­rat Heinz Lied­ke lie­ßen sich Ro­cker ganz ein­fach cha­rak­te­ri­sie­ren: Sie ge­hör­ten ei­ner fes­ten Or­ga­ni­sa­ti­on an, sie tra­gen die »ty­pi­sche Le­der­be­klei­dung, also Le­der­schurz an den Bei­nen, rote oder schwar­ze Le­der­ja­cke«, sie fah­ren Mo­peds oder Mo­tor­rä­der und agie­ren spon­tan. Al­les an­de­re sei­en »Ra­cker« oder al­len­falls »ro­cker­ähn­li­che lo­cke­re Grup­pie­run­gen«. Tat­säch­lich han­del­te es sich bei den Ro­ckern um eine ex­trem he­te­ro­ge­ne Sub­kul­tur. Ab­ge­se­hen von der Le­der­kluft reich­te die Ska­la ih­rer Ak­ti­vi­tä­ten »vom rü­den Ulk bis zur Not­zucht«. Manch­mal wur­den bra­ven Haus­frau­en nur ihre »Topf­hü­te über die Oh­ren ge­zo­gen«, dann wie­der Stra­ßen­bah­nen oder Gast­stät­ten ver­wüs­tet. Wie »bös­ar­ti­ge Hor­nis­sen­schwär­me« zo­gen ei­ni­ge »Mo­ped-Roh­lin­ge« aber auch durch die Stra­ßen, um an­lass­los Fuß­gän­gern Ei­sen­ket­ten über­zu­zie­hen; Pas­san­ten und so­gar Po­li­zis­ten wur­den kran­ken­haus­reif ge­prü­gelt. Auch vor Ver­ge­wal­ti­gun­gen und Er­pres­sun­gen schreck­te manch Ro­cker nicht zu­rück.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2018.