Haus­mit­tei­lung

Hipp mit Win­zer

Die­ser Re­kord­som­mer fällt we­ni­ger durch sei­ne Hit­ze auf als viel­mehr durch sei­ne Dür­re. Ein Team von SPIEGEL-Re­dak­teu­ren um Ti­tel­au­tor Hau­ke Goos schwärm­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen aus, um in der gan­zen Re­pu­blik den Fol­gen der Tro­cken­heit nach­zu­spü­ren. Diet­mar Hipp be­such­te ei­nen Pro­fi­teur der Hit­ze: ei­nen Win­zer in sei­nem Wein­berg. Hil­mar Schmundt sprach mit Kli­ma­ex­per­ten über das Ex­trem­wet­ter. »Für vie­le Deut­sche war der Kli­ma­wan­del ja bis­lang eher eine abs­trak­te Theo­rie, durch das Ex­trem­wet­ter wer­den sei­ne Aus­wir­kun­gen kon­kret er­leb­bar«, sagt Schmundt. »Kurz­fris­tig ist die Dür­re na­tür­lich eine Be­las­tung, aber mit­tel­fris­tig kann sie ein Auf­bruchs­si­gnal sein, um Land­wirt­schaft, Ar­chi­tek­tur und Städ­te­bau so schnell wie mög­lich an die neu­en Be­din­gun­gen an­zu­pas­sen. Je län­ger wir da­mit war­ten, des­to teu­rer wird das Gan­ze.« zum Ar­ti­kel

Kaum ein an­de­res Wirt­schafts­er­eig­nis hat die Öffent­lich­keit 2017 so stark be­wegt wie die In­sol­venz der zweit­größ­ten deut­schen Flug­li­nie Air Ber­lin. Nicht nur Viel­flie­ger trau­ern den Jets mit der ro­ten Heck­flos­se und den Scho­ko­la­den­her­zen nach. Wel­che Emo­tio­nen das The­ma auch bei da­mals be­tei­lig­ten Ma­na­gern und Po­li­ti­kern noch im­mer aus­löst, er­leb­ten Di­nah Deck­stein und Mar­tin U. Mül­ler, als sie ver­such­ten, die Hin­ter­grün­de des Dra­mas zu er­kun­den. Fast alle Ge­sprächs­part­ner dräng­te es, ihre Ver­si­on zu er­zäh­len – und sich selbst in ein mög­lichst gu­tes Licht zu rü­cken. Das Fa­zit der bei­den SPIEGEL-Luft­fahrt­ex­per­ten: Die Luft­han­sa spiel­te eine tra­gen­de Rol­le. zum Ar­ti­kel

Mül­ler, Deck­stein

Als Ge­richts­re­por­te­rin blickt Bea­te La­kot­ta oft in mensch­li­che Ab­grün­de. Der Fall ei­ner Mut­ter und ih­res Le­bens­ge­fähr­ten aus dem ba­di­schen Stau­fen, die den zehn­jäh­ri­gen Sohn der Frau se­xu­ell miss­braucht und Frei­ern zur Ver­ge­wal­ti­gung über­las­sen hat­ten, er­schien La­kot­ta je­doch »wie ein Be­häl­ter mit Gift­müll: Wer da­mit in Kon­takt ge­rät, der wird es nicht wie­der los«. Über vie­les, was im Pro­zess zur Spra­che kam, tausch­te sie sich mit nie­man­dem aus, der nicht vor Ge­richt da­bei war, »um an­de­ren nicht die­se Bil­der in den Kopf zu set­zen«. Umso schwe­rer, den Stoff zu Pa­pier zu brin­gen. »Al­les Un­er­träg­li­che, Un­denk­ba­re aus­zu­spa­ren ist auch eine Form von Ver­harm­lo­sung«, sagt La­kot­ta. »Und Weg­se­hen ist ei­ner der Grün­de da­für, dass vie­le Ta­ten un­ent­deckt blei­ben.« Den schlim­men Fall nahm sie zum An­lass, ein Ta­bu­the­ma zu re­cher­chie­ren: Frau­en, die Kin­der miss­brau­chen. zum Ar­ti­kel

Grill in Äthio­pi­en

Afrikakor­re­spon­dent Bar­tho­lo­mä­us Grill ist in den ver­gan­ge­nen 30 Jah­ren mehr­mals nach Äthio­pi­en ge­reist, im­mer muss­te er vor­sich­tig sein. Denn das dik­ta­to­ri­sche Re­gime moch­te Jour­na­lis­ten nicht. Die­ses Mal war al­les an­ders: Grill konn­te un­ge­hin­dert re­cher­chie­ren, die ei­gent­lich ver­schlos­se­nen Äthio­pi­er wa­ren ge­sprächs­freu­dig. Die Be­völ­ke­rung ist be­geis­tert von dem neu­en Pre­mier Abiy Ah­med, der eine epo­cha­le Wen­de ein­ge­lei­tet hat. »Aber die Fra­ge bleibt, ob er tat­säch­lich eine pro­spe­rie­ren­de De­mo­kra­tie auf­bau­en kann«, sagt Grill. zum Ar­ti­kel